Redensart / Redewendung1) Sich winden wie ein Aal
2) aalglatt / glatt wie ein Aal sein Bedeutung1) Verlegen / peinlich berührt sein; ausweichen / sich nicht festlegen / sich vor etwas drücken; sich aus einer unangenehmen Situation zu befreien suchen
2) Listig / durchtrieben / doppelzüngig sein; ohne jeden Angriffspunkt / nicht zu fassen sein
HintergrundMit seinem schlanken, langen und sehr beweglichen Körper erinnert der Aal eher an eine Schlange als an einen Fisch. Wird ein Aal gefangen, versucht er sich durch heftige Schlängel- und Ringelbewegungen zu befreien. Dabei kommt ihm zugute, daß er wegen seiner schlüpfrigen Haut mit kleinen Schuppen nur schwer festzuhalten ist. Beispiele"Laß sie sich wenden wie Aale in der Reuse, sie sollen uns nicht entschlüpfen." (Goethe, Götz von Berlichingen, vierter Akt, dritte Szene)
"Das Problem ist, daß sie niemals zur Sache kommen und sich winden wie ein Aal."
"Nicht wenige Provider winden sich bei einer außerordentlichen Kündigung wie ein Aal und hoffen auf die Gutgläubigkeit der Kunden."
"Um sich auf dem rutschigen diplomatischen Parkett zu bewegen, muß man clever oder aalglatt sein."
"Wer glatt ist wie ein Aal und mit gespaltener Zunge redet, kann von Beruf nur Politiker oder Anwalt sein." Abbildung(en)Meine Herren! Aalweibchen können doppelt so lang werden wie die Männchen, und zwar bis zu 1,50 m. Allerdings erreichen sie diese Größe sehr selten. Daran ist nicht
zuletzt der Fischfang schuld.
Und auch sonst sind Aale erstaunliche Geschöpfe. Im Atlantik geschlüpft, schwimmen sie lange Strecken in ihre Heimatflüsse, verbringen dort einige Jahre bis zur Geschlechtsreife, um dann zurück in den Atlantik zu wandern. Während dieser Wanderung nehmen sie keine Nahrung mehr zu sich. Können sie auch gar nicht mehr, weil sich ihr Verdaungstrakt zugunsten der Geschlechtsorgane zurückgebildet hat. Die Aale leben dann ausschließlich von ihren Fettreserven. Im Atlantik angekommen, paaren sie sich und sterben nach vollbrachter Fortpflanzung. |