Lametta
Wissen Sie, was genau Lametta darstellen soll? Oder daß es überhaupt etwas symbolisiert? Für mich war
es bisher ein Schmuckelement ohne tiefere Bedeutung. Doch falsch, Lametta holt den Winter in die gemütliche Stube -
als untaubare Eiszapfen.

Lametta (italienisch für Metallblatt, auch Kurzform für Rasierklinge) ist eine recht neue Erfindung -
um 1880 wurde es in Nürnberg eingeführt. Auf Grund seiner Beschaffenheit war man bei der Herstellung
auf Maschinen angewiesen.
Für den Glanz ist eine hauchdünne Schicht Zinn (lateinisch: stannum, daher Stanniol-Lametta) verantwortlich.
Darunter verbarg sich ein Kern aus Blei. Sicher ist ihnen aufgefallen, daß ein Lametta-Streifen, gemessen
an seinem geringen Volumen, recht schwer ist (wenigstens die "guten alten"). Das sollte er auch, damit die Schwerkraft wirken kann und das
Lametta schön nach unten hängt wie das bei Eiszapfen für gewöhnlich der Fall ist. Nun ist aber Blei nicht nur
ein - wortwörtlich - Schwermetall, sondern auch gesundheitsgefährdend. Daher war der Zinnüberzug zugleich
eine Schutzschicht. Diese unangenehme Eigenschaft des Bleis ist dafür verantwortlich, daß das traditionelle
Stanniol-Lametta zunehmend durch ungefährlichere Produkte ersetzt wird, bei denen z.B. Kunststoffe oder Aluminium
zum Einsatz kommen. Und auch mit der winterlich-silbernen Farbe nimmt man es nicht mehr so genau. Sie können
sich mittlerweile auch violette, rote, blaue... "Eiszapfen" an den Baum hängen.
Übrigens: Wer es nicht so verweltlicht mag, kann in Lametta auch Engelshaar sehen. Wichtig ist ohnehin
meist nur, was die Dinge für einen selbst bedeuten.
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