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Adventskranz

Und, besitzen Sie einen Adventskranz und haben heute die dritte Kerze angezündet? Und natürlich auch die von den ersten beiden Adventssonntagen. Falsch wäre es, jeden Advent alle vier Kerzen brennen zu lassen.

Eingedenk der Tatsache, daß die Adventszeit eine Jahrhunderte alte Tradition hat und der Adventskranz eines der vebreitetsten Brauchtümer ist, sollte man doch meinen, er hätte auch schon eine vergleichbar lange Zeit auf dem Buckel. Doch weit gefehlt! Der meist aus Tannenzweigen geflochtene Kranz, der als Tischschmuck verwendet oder aufgehängt wird, ist deutlich jüngeren Ursprungs.

Adventskranz mit zwei brennenden Kerzen Der sozial sehr engagierte Hamburger Pädagoge und Theologe Johann Hinrich Wichern (1801-81) kümmerte sich in seiner 1833 eigens gegründeten Anstalt "Rauhes Haus" um verwahrloste und schwer erziehbare Kinder aus ärmsten Verhältnissen. Als ihn die Kinder jedes Jahr zur Adventszeit voller Vorfreude unzählige Male mit der Frage löcherten, wann denn endlich Weihnachten sei, baute er 1839 ein altes Wagenrad in eine Art überdimensionierten Kerzenhalter um mit kleinen roten Kerzen für die Wochentage und 4 größeren weißen für die Adventssonntage. Aufgehängt im Betsaal, wurde jeden Tag eine Kerze mehr angezündet, und als alle brannten, war endlich Weihnachten! Aus dieser etwas rustikalen, aber sympathischen Urversion entwickelte sich im Laufe der Zeit die bekannte Form aus Tannengrün und mit vier Kerzen.

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