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Christstollen

Ebenso wie die Pfefferkuchen sind auch Christstollen ein Muß in Advents- und Weihnachtszeit - und das schon seit dem 14. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wird ein Christstollen im Jahr 1329, als der Bischof in Naumburg an der Saale einen solchen als "kleine Aufmerksamkeit" zu Weihnachten bekommt. Das typische Aussehen hatte dieses Backwerk schon damals, da die Form und der weiße Zucker an das gewickelte Jesuskind erinnern sollten, dessen Geburt mit dem Weihnachtsfest gefeiert wird.

Mag die Form schon die gewesen sein, die sich bis heute erhalten hat, der Geschmack war ein anderer. Da Christstollen vorrangig zum Verzehr während der Fastenzeit gedacht waren, stellten sie ausgesprochene Magerkost dar. Lediglich Wasser, Rübenöl und Hafer waren für den Teig erlaubt. Das Ergebnis muß für Genuß gewohnte Gaumen derart gemein geschmeckt haben, daß der sächsische Kurfürst Ernst 1430 keine Bedenken hatte, den Papst mit der Bitte um Aufhebung des Butterverbotes für Stollen zu behelligen. 60 Jahre später wurde dieser Bitte sogar entsprochen. So war der Weg frei für einen wohlschmeckenderen Teig und die Anreicherung mit anderen leckeren Zutaten wie z.B. Rosinen.

Christstollen Die besonders angesehenen Dresdner Christstollen - vor Ort Striezel genannt, was auch erklärt, wieso der dortige Weihnachtsmarkt Striezelmarkt heißt - werden seit Ende des 15. Jahrhunderts gebacken. Die sächsischen Fürsten - in vielen Fällen mit einem besonderen Sinn für Genuß ausgestattet - dürften für die besondere Blüte der Stollenbäckerei in Dresden und Umgebung sehr förderlich gewesen sein. So soll August der Starke 1730 einen Christstollen mit einem Gewicht von 1,8 Tonnen backen lassen haben.

Sie sollten übrigens die Entwicklung von der Fastenmahlzeit zur "Kalorienbombe" nicht unterschätzen. Christstollen, zumal explizite Butterstollen, enthalten mindestens ein Drittel Butter. Übermäßiger Genuß kann deutlich sichtbare Spuren hinterlassen...

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