Redensart / RedewendungAuf dem Holzweg sein BedeutungSich irren / im Irrtum sein; fehlgehen HerkunftVor langer, langer Zeit, als die Wälder noch so dicht und tief waren wie in "Hänsel und Gretel" oder anderen Märchen, dienten sogenannte Holzwege dem Abtransport gefällter Bäume mittels Pferden oder Fuhrwerken. Zu irgendeinem sinnvollen Ziel führten sie nicht, sondern endeten im Nichts bzw. mitten im Wald.
Wer auf einen Holzweg geraten war, mußte entweder umkehren oder sich durchs Gebüsch schlagen.
Die moderne Variante des ehemaligen Holzweges ist der Forstweg, der aber eher zwei Punkte miteinander verbindet, und seien es lediglich zwei reguläre Waldwege.
Die Redensart ist selbst fast "alt wie der Wald". Luther führt sie in seiner Sprichwörtersammlung. Es lassen sich aber auch noch frühere Belege finden. Beispiele"Sie werden ganz schnell entdecken, daß sie auf dem Holzweg sind."
"Die Möbelindustrie ist weiter auf dem Holzweg, was in diesem Fall nicht der falsche ist."
"Wie sollte man diesem Eierkopf klarmachen, daß er mit seinen Ansichten ganz auf dem Holzweg war,
ohne die Eitelkeit zu kränken und die gemeinsame Sache wieder zu gefährden?"
"Auf dem Holzweg ist, wer diese Männer unterschätzt, wie sie da vertieft in Bergen von Akten und
Gesetzesbüchern stöbern mit ihren Brillen auf den Nasenrücken, um dann und wann mit einem charmanten
Lächeln aufzublicken."
"Wer gedacht hatte, nun würde es bergab gehen, mußte schnell einsehen, daß er sich auf dem Holzweg befand."
Aus der Rubrik "knapp daneben":
"Der sprichwörtliche Holzweg meint ja schon eine Abweichung von der geraden Route." (Das wäre eher ein
Erklärungsansatz für den Seitensprung als für den Holzweg.) Abbildung(en)
Auf dem Holzweg ist, wer diesen Weg aus Holz für den sinnbildlichen Holzweg hält. Die korrekte Bezeichnung lautet Knüppelweg. |