Redensart / RedewendungAussehen / zugehen wie bei den Hottentotten BedeutungChaos, völliges Durcheinander, größte Unordnung; undiszipliniertes, zügelloses Verhalten HerkunftDas Wort Hottentotten wurde vermutlich schon im 17. Jahrhundert
von niederländischen Seefahrern geprägt, die im Bereich des heutigen
Südafrikas anlandeten. Dort lebt eine Reihe
von Stämmen, für deren Sprache Schnalz- und Klicklaute charakteristisch sind.
Hottentotten stellt den mißlungenen Versuch dar, diese Sprachen nachzuahmen.
Im bedeutendsten und (wohl bis heute) umfangreichsten deutschsprachigen Lexikon des 18. Jahrhunderts, nach seinem Verleger kurz "Zedler" genannt, heißt es hierzu: Der Name kommt von dem Wort Hottentot her, welches diese Leute, wenn sie frölich sind, auszuruffen pflegen und sind die Holländer solcher Benennung Urheber gewesen.
Die Bezeichnung wurde dann auch von den deutschen Siedlern, Missionaren, Händlern
usw. übernommen, die im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts Gebiete im Südwesten
Afrikas (das heutige Namibia) dem Einfluß des Deutschen Reiches unterwarfen. Durch den
Aufbau eines ähnlich weltumspannenden
Kolonialreiches, wie es England und Frankreich besaßen, wollte man im Wettbewerb um
Rohstoffquellen und Absatzmärkte bzw. um die Vorherrschaft allgemein an - sprichwörtlich -
Boden gewinnen. Das Interesse einer breiten Öffentlichkeit an den neuen Gebieten und deren
Bewohner war ungeheuer. Dem Geist der Zeit entsprechend, wurden Afrikaner hauptsächlich mit
negativen Eigenschaften versehen, um den (Mehr)Wert der eigenen Rasse herauszustellen.
"Neger" waren demnach faul, unzuverlässig, verlogen und dergleichen mehr.
Jeglicher Sinn für Ordnung und Disziplin wurde ihnen abgesprochen. Zudem entsprachen die (angeblichen
oder tatsächlichen) Lebensweisen der afrikanischen Stämme so gar nicht dem, was man sich im
(damaligen) Europa unter Zivilisation vorstellte. Sehr beliebt war das Vorurteil von der Sittenlosigkeit der
Afrikaner. Dieses negative Bild verdichtete sich innerhalb kurzer Zeit zu den sprichwörtlichen
Zuständen wie bei den Hottentotten. Beispiele"Hier sieht´s ja aus wie bei den Hottentotten!"
"Wir sind hier doch nicht bei den Hottentotten!"
"Man hatte mich vor diesen Spielen gewarnt, es gehe dabei zu wie bei den Hottentotten."
Die Hottentotten halten sich immer noch hartnäckig im
deutschen Sprachgebrauch. So auch im Internet als Benutzername, in Forenbeiträgen
("Meine Oma hätte gesagt: Hier geht´s ja zu wie...")
usw.. Wenn Sie ein wachsames Auge haben, werden Sie nicht lange nach diesem
"Völkchen" suchen müssen. Womöglich haben Sie
auch schon einmal den Radiosender gewechselt, weil Ihnen die Hottentotten-Musik
auf die Nerven ging... Abbildung(en) |