Redensart / RedewendungAuf den Hund kommen, auf den Hund gekommen sein BedeutungFinanziell oder in anderer Hinsicht arm dran / abgebrannt / runtergewirtschaftet / heruntergekommen sein, verelenden, verarmen, verkommen HintergrundAls es noch keine Banken im heutigen Sinn gab, war es gang und gäbe,
sein Vermögen in massiven, mit vielfältigen, zum Teil sogar versteckten
Schließmechanismen ausgestatteten Holztruhen aufzubewahren. Diese waren
im Inneren, also auch auf dem Boden, mit figürlichen Darstellungen (z.B.
eben Hunde) zum Schutz vor Unglück oder auch zur Mahnung verziert. War
aber allen guten Wünschen und Vorsätzen zum Trotz das Vermögen aufgebraucht,
wurde der Truhenboden wieder sichtbar und man war auf den Hund gekommen.
Alternativ wird die Redensart von der Bedeutung des Hundes als Zugtier
der Armen hergeleitet. Kleine Handwerker, Bauern oder wer sonst etwas
zu ziehen hatte, sich aber keine Pferde oder wenigstens Maultiere (mehr) leisten konnte,
spannte einen Hund vor. Ein weiterer sozialer / wirtschaftlicher Abstieg war nur
noch möglich, wenn man sich selbst vor den Karren spannen mußte. Beispiele"Wen wundert's da, daß unsere Bildungspolitik auf den Hund gekommen ist?"
"Nicht etwa, daß ich völlig auf den Hund gekommen wäre, obwohl das stürmische
und graue Herbstwetter mir reichlich zusetzt."
"Auf sehr verschiedene Weise kann der Mensch auf den Hund kommen; zum
Beispiel durch das Finanzamt, durch Verschwendung, Trunksucht, Faulheit
oder Fehlspekulation an der Börse." Abbildung(en)Mittelalterliche Geldtruhe aus der alten, 1749 abgebrannten Barchfelder
Kirche (Wartburgkreis). An der Vorderseite lassen sich vier Schließmöglichkeiten
erkennen. Auf der linken Seite befindet sich ein Tragegriff (rechts gibt es ein Gegenstück), um im Notfall - wie einem Brand eben - die Wertsachen schnell in Sicherheit
bringen zu können.
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