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Redensart / Redewendung

1) Die Katze aus dem Sack lassen
2) Die Katze im Sack kaufen

Bedeutung

1) Seine wahre Absicht / Meinung zu erkennen geben; ein Geheimnis / eine Neuigkeit preisgeben; etwas offenbaren / enthüllen
2) Etwas kaufen, ohne es vorher angeschaut / überprüft zu haben; sich auf etwas einlassen, ohne genau zu wissen, worauf

Hintergrund

Womöglich müssen Sie die Katze im Sack kaufen oder gewissermaßen lesen, weil es sich zumindest teilweise als schwierig bis unmöglich erweist, selbige aus ebendem zu lassen. Es sieht so aus, als würden schon zu diesen beiden Redewendungen mehr Erklärungen umherschwirren als Mücken im Sommer.

Katze im SackSo kann man z.B. die Erklärung finden, daß früher ein unaufmerksamer Käufer auf dem Markt des öfteren mit einer Katze betrogen wurde. Statt des eigentlich gekauften Ferkels oder Kaninchens wurde ihm eine wertlose Katze in den Sack, in dem er das Tier besser nach Hause bringen konnte als unter den Arm geklemmt, gepackt. Daheim erlebte der stolze Käufer eine böse Überraschung: Er ließ die Katze aus dem Sack. Für diese Bauernfängerei mußten anscheinend so oft Katzen herhalten, daß aus der ursprünglichen Redewendung etwas im Sack kaufen (so noch von Luther gebraucht) das uns bekannte die Katze im Sack kaufen wurde.

In diese Richtung weist auch, daß mancherorts alten Marktordnungen zufolge bereits geschlachtete Kaninchen nur mit Kopf oder Pfoten verkauft werden durften, weil sie sonst zu schwer von Katzen zu unterscheiden gewesen wären.

Aber was heißt "alten"... In der - willkürlich herausgegriffenen - Marktordnung der Stadt Klagenfurt (Österreich) vom 07.12.1988 gebietet §19, Punkt 4: "Geschlachtete Kaninchen dürfen nur mit nicht abgezogenen Hinterläufen zum Verkauf angeboten werden."

Klingt recht plausibel. Aber man kann die Redewendung ebenso schlüssig auch anders herleiten.

Ganz sicher haben Sie schon einmal von Till Eulenspiegel gehört oder sogar einige der Geschichten über seine mitunter recht derben Späße gelesen. Dieser wohl ständig vom Hafer gestochene Tunichtgut hatte eines Tages die fragwürdige Idee, eine Katze in ein Kaninchenfell einzunähen und auf dem Markt als Kaninchen zu verkaufen. Selbstverständlich fand sich ein Depp, der dem frechen Till auf den Leim ging.

Die Streiche Eulenspiegels waren im Volk äußerst beliebt, entsprechende Bücher waren - für damalige Verhältnisse - Verkaufsschlager. Daher ist es nicht verwunderlich, daß einige "Eulenspiegeleien" zu sprichwörtlichen Redensarten wurden.

Und auch auf die Frage, wie die Katze aus dem Sack lassen zu deuten ist, läßt sich mehr als nur eine Antwort ausfindig machen.

Eine Erklärung lautet bspw., daß man die Katze aus dem Sack ließ, wenn man sie - auch nichts für Tierfreunde - "eingetütet" hatte, um sie zu ersäufen, sie aber unvorsichtigerweise doch wieder entwischen ließ.

Es kursiert weiterhin eine Deutung, die den Ursprung aufs Meer und in die oft romantisch verklärte Zeit der Segelschiffe verlegt. Hatte sich ein Seemann unbotmäßig verhalten, büßte er standardmäßig mit einer Auspeitschung vor versammelter Mannschaft. Dazu wurde die berüchtigte neunschwänzige Katze (eine Peitsche mit neun Riemen) aus dem Sack gelassen, in dem sie normalerweise verwahrt wurde.

Beispiele

"So schnell werden sie nicht noch einmal die Gelegenheit haben, eine solch kapitale Katze im Sack zu kaufen."
"Auf keinen Fall sollten man die Katze im Sack kaufen, nur weil ein Angebot günstig erscheint."
"Materazzi lässt die Katze aus dem Sack: Deine Schwester wäre mir lieber."
"Erst am kommenden Montag will CDU-Chefin Merkel die Katze aus dem Sack lassen."

Abbildung(en)

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