Redensart / RedewendungKrösus sein BedeutungÜber unermeßliche, sagenhafte Reichtümer verfügen. Mit der oft verwendeten
Form Bin ich Krösus?! will man sagen, daß man eben nicht über unermeßliche
Schätze verfügt und man nichts zu verschenken hat bzw. einem das für etwas
nötige "Kleingeld" fehlt. HintergrundKrösus bzw. griechisch Kroisus war ein sagenumwobener Herrscher des kleinasiatischen
Königreiches Lydien, in dem er von 560 bis 547 v. Chr. herrschte. Er
forderte Tributzahlungen von griechischen Städten, die er erobert hatte,
und erwirtschaftete riesige Gewinne mit der Münzprägung, die damals noch
in den Kinderschuhen steckte und die vermutlich von den Lydern selbst
entwickelt worden war. Durch die Verbreitung der noch neuartigen Münzen
wurde sein Reichtum sagenhaft und er konnte es sich erlauben, griechische
Heiligtümer wie das Orakel von Delphi mit äußerst kostbaren Geschenken
zu überhäufen.
Das Orakel "revanchierte" sich mit der - wie üblich - zweideutigen Prophezeihung, er werde
ein großes Reich zerstören, wenn er den Halys, den Grenzfluß zum Perserreich,
überschreite. Er überschritt den Halys mit seiner Armee... Wie alle Optimisten
mußte er feststellen, daß Wunsch und Wirklichkeit nicht immer übereinstimmen.
Er verlor 547 v. Chr. die Entscheidungsschlacht und zerstörte so wie vorhergesagt
ein großes Reich - sein eigenes. Beispiele"Die Bundesliga ist der Zuschauer-Krösus im internationalen Fußball."
"Denn Neumarkt ist der Krösus unter den bayerischen Kommunen, fast schuldenfrei und mit einigen
Millionen auf der hohen Kante."
"Schließlich möchte ich auch noch etwas essen und trinken und ich bin leider kein Krösus, sondern Rentner."
"Aus meines Vaters Mund klang das so: Ich bin doch nicht Krösus!" Abbildung(en) |