Redensart / RedewendungDurch die Lappen gehen / Sich etwas durch die Lappen gehen lassen BedeutungEntwischen, entkommen / sich etwas vor der Nase wegschnappen lassen; etwas schon sicher geglaubtes doch nicht bekommen HerkunftSeit dem Mittelalter war die Jagd viele Jahrhunderte lang nicht nur vornehmes
Privileg des Adels, sondern auch die Belustigung der Fürsten
und Fürstchen schlechthin. Für so manchen Edelmann war das Arrangieren
von vornehmen Jagdgesellschaften nebst den zugehörigen luxuriösen Festen
der scheinbar einzige Lebensinhalt, den er sich Unsummen kosten ließ und
über den er das Regieren fast gänzlich vergaß.
Damit die Treibjagd auch mit einem fürstlichen Erfolgserlebnis endete
und sich möglichst viele der vornehmen Herrschaften mit Trophäen schmücken
konnten, ließ man sich mancherlei einfallen. So wurden bspw. ab dem 16.
Jahrhundert die Fluchtwege der Tiere eingeengt, indem man zwischen den
Bäumen Seile spannte und auf diese große bunte Stofflappen hängte. Das
gehetzte Wild, das sich von diesen flatternden Fetzen instinktiv fernhielt,
ließ sich so von den Treibern, die selbstverständlich nicht dem Adel angehörten,
direkt vor die fürstlichen Büchsen leiten. Büchste ein Tier mit dem Mute
der Verzweiflung trotzdem aus, ging es den Jägern wortwörtlich durch die Lappen.
Die Lappjagd wurde aber auch auf Wölfe angewendet, weil diese scheuen und
intelligenten Tiere in besonderem Maße vor allem zurückschrecken, was ihnen
fremd ist oder gar nach Mensch riecht.
Ein berühmter Liebhaber der Jagd, der allerdings ohne Lappen auskam, weil vornehmlich
Anhänger der Vogeljagd,
war der deutsche Kaiser Friedrich II. (1194 - 1250), wegen seiner Bildung
(er beherrschte mehrere Sprachen), seiner damals modern anmutenden Regierungsmethoden
und seiner Ausstrahlung als Herrscher auch "stupor mundi" (Staunen der
Welt) genannt. Das von ihm verfaßte Buch "De arte venandi cum avibus"
(Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen) war jahrhundertelang ein Standardwerk.
Große Freunde der Jagd - und hierbei dürfte auch die Lappjagd zum Einsatz
gekommen sein - waren traditionell die sächsischen Kurfürsten. Kein Wunder
also, daß im Schloß Moritzburg bei Dresden eine sehr imposante Geweihsammlung
zu bestaunen ist. Darunter finden sich Kuriositäten wie ein 66-Ender und
andere deformierte Geweihe. Beispiele"Denn Experten rechnen, daß dem deutschen Fiskus durch den Tanktourismus rund
1,8 Milliarden Euro pro Jahr durch die Lappen gehen."
"Wo überwacht wird, da kann etwas der Überwachung – flockig gesprochen – durch die Lappen gehen, sie
austricksen, ihr auf der Nase herumtanzen, also ihrer Mechanismen sich bewusst werden und sie dadurch
unterlaufen.
"Zwar ist es denkbar, daß Genforschern Versuchsratten durch die Lappen gehen, die beim Wiedereinfangen
die beachtliche Größe einer Wildsau erreicht haben, aber schön und wahrscheinlich ist diese
Vorstellung nicht."
"Und wir müssen uns fragen, ob wir bereit sind zu riskieren, daß der ein oder andere Täter durch die
Lappen geht und der ein oder andere Unschuldige überlebt."
Sollten Sie der Meinung sein, mir wäre im Zusammenhang mit einer Redensart eine wichtige Information
durch die Lappen gegangen, würde ich mich über eine Benachrichtigung sehr freuen. Abbildung(en)Eine Seite aus dem berühmten Falkenbuch Friedrich II.. Oben links sehen
Sie den Kaiser, rechts von ihm einen seiner geliebten Falken.
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