Redensart / Redewendung1) Jemandem auf den Leim gehen / sich leimen lassen
2) Aus dem Leim gehen Bedeutung1) Sich hereinlegen / überlisten / betrügen / täuschen / übervorteilen lassen, einem Betrug aufsitzen, in eine Falle tappen, auf eine List hereinfallen
2) kaputtgehen, entzweigehen, seine Form verlieren HerkunftEine früher übliche Art der Vogeljagd war, an beliebten Rastplätzen mit Leim
oder bestrichene Ruten zu platzieren, so daß die Tiere vor allem
während der Nachtruhe fest klebenblieben und somit dem Fallensteller auf den
Leim gingen. Eine grausame Methode, da die Tiere bis zur tödlichen Erschöpfung
versuchen, sich zu befreien. Obwohl in Deutschland und anderen europäischen Ländern
daher längst verboten oder wenigstens streng reglementiert, werden insbesondere in Südeuropa
(z.B. Spanien, Zypern oder Sizilien) immer noch Vögel auf diese Weise gefangen.
Mit Leim oder auch Pech bestrichene Bretter dienten auch als einfache Mausefallen.
In diesem Zusammenhang siehe auch Ein Pechvogel
sein.
Verwechseln Sie nicht (Jemandem) auf den Leim gehen mit Aus dem Leim gehen. Letzteres bedeutet, daß etwas kaputtgeht und kann nicht nur auf Dinge angewendet werden, die tatsächlich geleimt sind, sondern auf jede Verbindung, die sich löst oder die gelöst wird, also auch - und das mutet schon etwas paradox an - auf Schraubverbindungen. Aber auch Freundschaften, Liebesbeziehungen usw. können aus dem Leim gehen. Und ebenfalls aus dem Leim gegangen ist, wer dicker geworden, "in die Breite gegangen" ist.
In sehr alten Lexika / Wörterbüchern wird vermerkt, aus dem Leim gehen sei ein Ausdruck, den Handwerksmeister verwenden würden, wenn ein Geselle sie vor Ablauf seiner eigentlichen Arbeitszeit verläßt. Beispiele"Da hast Du Dich aber ganz schön leimen lassen."
"Daß ihnen nur Gutgläubige auf den Leim gehen, ist ein Gerücht."
"Daß immer mehr junge Menschen skrupellosen politischen Rattenfängern
auf den Leim gehen, macht mir Sorgen."
"Tatsächlich ist der Eichelhäher ein Meister der Imitation, dem selbst Vogelexperten auf den
Leim gehen können."
"Vermutlich wußte man damals schon, daß man im großen Stil geleimt worden
war."
"Die Abbildung wird auch den gläubigsten Leser davon überzeugen, daß hier der Gott der Gauner
und Betrüger ihn geleimt hat." Abbildung(en) |