Süßer die Glocken nie klingen
Der Gaumen schwelgt in Genüssen, die Augen erfreuen sich an Christbaum und sonstigem Weihnachtsschmuck.
Um Weihnachten zum Rundumerlebnis der Sinne werden zu lassen, müssen natürlich noch die Ohren dem Anlaß
entsprechend beschallt werden. Kaufhäuser und Radiosender beginnen ja schon spätestens im November,
Musik wie "Last Christmas" (Wham!) auf und ab zu dudeln.
Während es heutzutage in vielen Kreisen als altmodisch bis peinlich gilt, selbst zu singen (zumal Weihnachtslieder), waren
die Deutschen früher ein trällerndes, pfeifendes, musizierendes Völkchen. Mittlerweile würde die Mehrzahl
wohl auch die Texte der bekanntesten deutschen Lieder nicht mehr zusammenbringen - Verfasser zu seiner
Schande eingschlossen.
Um ihre Textkenntnisse wenigstens punktuell etwas aufzupolieren, sei hier ein sehr beliebtes und zugleich
auch nicht mit christlicher Symbolik überladenes Weihnachtslied dargebracht. Lange bevor der Leipziger
Ernst Anschütz 1824 den heute bekanntesten Text O Tannenbaum dichtete,
wurde die Melodie für verschiedene Volks- und Studentenlieder benutzt. Es war also ursprünglich gar kein
Weihnachtslied.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie grün sind deine Blätter!
Du grünst nicht nur zur Sommerszeit,
nein auch im Winter, wenn es schneit
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
wie grün sind deine Blätter!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen!
Wie oft hat nicht zur Weihnachtszeit,
ein Baum von dir mich hoch erfreut.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
du kannst mir sehr gefallen!
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren:
Die Hoffnung und Beständigkeit
gibt Trost und Kraft zu jeder Zeit.
O Tannenbaum, o Tannenbaum,
dein Kleid will mich was lehren.
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