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Redensart/Redewendung

Russisch Polnisch Italienisch Spanisch Französisch Englisch einen Pyrrhussieg erringen/erkämpfen/landen

Bedeutung

einen Erfolg zu teuer erkaufen - einen Sieg erringen, der einer Niederlage gleichkommt - einen nutzlosen Sieg erkämpfen - eine Auseinandersetzung zwar gewinnen, dabei aber selbst sehr empfindliche Verluste hinnehmen müssen

Herkunft

PyrrhusPyrrhus (auch Pyrrhos, ca. 319 v. Chr. - 272 v. Chr.) war ein im weitesten Sinne griechischer Herrscher und Heerführer und führte ein bewegtes Leben. Schon von frühester Jugend an wurde er in Intrigen um Macht und Titel verstrickt und kämpfte mit wechselhaftem Erfolg um seine rechtmäßigen Ansprüche. Antike Geschichtsschreiber, freundlich wie weniger freundlich gesinnte, gestehen Pyrrhus Ausstrahlung, Weitsicht und Geschick zu. Worüber er Zeit seines Lebens nicht wirklich verfügte, war das für große Unternehmungen nötige Glück. Er gewann reichlich Schlachten, aber fast nie einen Krieg.

Als Pyrrhus seine Pläne, in seiner Heimat ein Reich aufzubauen, endgültig aufgeben musste, blieb ihm nicht viel mehr als sein Geschick und ein Heer von vielleicht 5.000 Mann, das er aber vergrößern konnte. Er folgte einem Hilfsgesuch der griechischen, aber im heutigen Italien gelegenen Stadt Tarent, die von den Römern bedrängt wurde. Pyrrhus konnte die Römer mehrfach besiegen, so z.B. 280 v. Chr. bei Herakleia und im Jahr darauf bei Asculum in Süditalien.[1] Dabei erlitt er aber selbst schwere Verluste. Er musste sich eingestehen (und es spricht für Pyrrhus, daß er dies auch tat), dass er ohne Nachschub an zuverlässigen und kampferprobten Soldaten die Römer und deren Verbündete in deren Land nicht nachhaltig zu schlagen vermochte. Es blieb ihm als Sieger nichts anderes übrig, als bei den Besiegten um Frieden nachzusuchen. Einer von Plutarch verbreiteten Legende zufolge soll Pyrrhus gleich nach der Schlacht von Asculum zu einem Gefolgsmann gesagt haben: Wenn ich noch solch einen Sieg erringe, bin ich verloren.[2]

Das Unglück blieb dem Pyrrhus treu. Bei dem Versuch, doch wieder in Griechenland Fuß zu fassen, fiel er bei einer Straßenschlacht in der Stadt Argos.

[1] Manche Quellen sehen in der Schlacht von Asculum den sprichwörtlichen Pyrrhussieg, andere verweisen auf die Schlacht von Herakleia ein Jahr zuvor. Wiederum andere sehen in der Verbindung beider Schlachten den historischen Ursprung der Redensart. Schon die antiken Geschichtsschreiber, die allerdings zumeist auch erst ein paar Jahrhunderte nach den Ereignissen ans Werk gingen, waren sich bei Einzelheiten des Krieges gegen Pyrrhus nicht ganz einig. Für die Erläuterung der Redewendung spielt diese Detailfrage glücklicherweise nur eine untergeordnete Rolle.
[2] Siehe z.B. Bässler, Ferdinand: Hellenischer Heldensaal oder Geschichte der Griechen in Lebensbeschreibungen nach den Darstellungen der Alten, 2. Auflage, Königliche Geheime Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1862, S. 312

Beispiele

"Die Kläger bekamen zwar in einigen Punkten Recht, haben aber trotzdem nur einen Pyrrhussieg errungen."
"Wie sehr solche Sanierungen verschuldeter Unternehmen einem Pyrrhussieg gleichkommen, zeigt sich oft erst später." "Nach elf Jahren setzten sich die Holländer durch und errangen damit einen wahren Pyrrhussieg."
"Der Sieg Barcelonas verkam durch die Verletzung Messis zum Pyrrhussieg."
"Noch sind sich die Beteiligten nicht einig, ob sie einen klaren Punkt- oder doch nur einen Pyrrhossieg errungen haben."

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Wissenswertes

Die Schlacht bei Asculum

Die Schlacht bei Asculum. Einer der Gründe dafür, dass Pyrrhus die Römer schlagen konnte, waren die Kampfelefanten. Die Römer kannten derlei "Kriegsmaschinen" nicht und wussten nicht so recht, wie sie sich dieser Ungetüme erwehren sollten.

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