Redensart / RedewendungDas Salz in der Suppe sein BedeutungEin wichtiger Bestandteil sein, unbedingt dazugehören, eine Sache erst vervollständigen, interessant machen
HintergrundWieso ausgerechnet Suppe, warum gerade Salz?
Zum einen war
die Suppe als eigenständige Mahlzeit früher von ungleich größerer Bedeutung als in heutiger Zeit. Bei der einfachen Landbevölkerung, aber auch bei ärmeren Stadtbewohnern
waren Suppe, Eintopf und Brei die wichtigsten Nahrungsmittel. Speisen wie Fisch oder
Fleisch kamen - wenn überhaupt - nur an besonderen Tagen auf den Tisch.
Dann: Haben
Sie schon einmal Suppe ohne Salz gegessen? Selbst wenn Ihnen andere Gewürze zur Verfügung stehen, ohne Salz schmeckt Suppe ziemlich fad.
Das gilt freilich auch für viele andere Nahrungsmittel, z.B. Brot, Käse, Wurst... Sie würden nicht glauben, wie oft Salz als Zutat benötigt oder zumindest verwendet wird!
Bei Salzstangen ist es offensichtlich, aber hätten Sie bspw. an Kekse gedacht?
Davon abgesehen, sagen Wissenschaftler, daß ein Mensch mindestens 3 Gramm Salz pro Tag zum Überleben braucht, weil es den Wasserhaushalt reguliert,
wichtig für das Nervensystem und die Knochen ist.
Also: Wenn sich die armen
Leute schon mit Suppe und ähnlichem begnügen mußten, dann wenigstens gesalzen.
Aber selbst das war lange Zeit gar nicht so selbstverständlich! Während
heutzutage das Päckchen Salz nur wenige Cent kostet, war es früher sehr
wertvoll. Nicht umsonst wurde es auch das weiße Gold genannt. Städte
wie Lüneburg oder Halle an der Saale sind durch den Salzhandel reich geworden.
Bevor die Konservierungsmittel erfunden wurden, war Salz das so ziemlich
einzige Mittel, um Fisch, Fleisch etc. für einen längeren Zeitraum (Winter,
Handel) haltbar zu machen. Billiger wurde es erst, nachdem in Mittel-
und Süddeutschland große Vorkommen entdeckt worden waren.
Und da einerseits
Suppe zum täglichen Leben so vieler Menschen gehörte, anderseits Salz für Geschmack und Gesundheit so wichtig ist
und lange Zeit wertvoll war, haben sich im Volksmund eine Reihe von Redensarten / Redewendungen gebildet, die beides beinhalten. Die zwei bekanntesten neben dem Salz in der Suppe dürften sein:
+ Jemandem die Suppe versalzen = jemandem schaden, ihm etwas verderben / verleiden, seine Pläne vereiteln / durchkreuzen
+ Jemandem nicht das Salz in der Suppe gönnen = neidisch sein Beispiele"Experimente sind das Salz in der Suppe der Wissenschaften!"
"Wenn ein Konflikt geregelt wird und alle Beteiligten die Lösung als Gewinn sehen,
dann ist dies das Salz in der Suppe.
"Sie sind das Salz in der Suppe, entscheiden mit ihren Geistesblitzen über Sieg oder Niederlage."
"Die global agierenden mittelständischen Unternehmen sind für Innovationsprozesse so
wichtig wie das Salz in der Suppe."
"Ob die Eifersucht das Salz in der Suppe ist oder eher die Suppe versalzt, das muß
jeder selbst entscheiden."
Aus verständlichen Gründen stellen für mich in Sachen Sprache Redensarten das Salz in der Suppe dar. Abbildung(en)Die Zeiten von Spitzhacke und Schaufel sind vorbei. Auch in Bergwerken hat längst schwere Technik Einzug gehalten.
Bild: Zeppelin GmbH |