Redensart / RedewendungIn Samt und Seide (gehen) BedeutungKleidung aus wertvollen Stoffen tragen; teure Klamotten tragen;
protzen; ein prunkvolles Leben führen HerkunftSamt und Seide waren (und sind) kostbare Stoffe, die außerhalb der Reichweite
einfacher Leute lagen.
Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, daß Seide
aus den Kokons der Seidenraupe (Larve des Seidenspinners, einer Schmetterlingsart) hergestellt wird und für
1 kg Seidenfaden über 10.000 dieser Kokons benötigt werden. Auch die weitere Verarbeitung ist sehr
aufwendig.
Die Herstellung von Samt ist zwar nicht so "exotisch", aber speziell beim Weben immer noch deutlich anspruchsvoller
als die von Leinen. BeispieleGoethe läßt in seinem "Faust" Mephisto in Auerbachs Keller zu Leipzig singen:
Es war einmal ein König,
Der hatt´ einen großen Floh,
Den liebt er gar nicht wenig,
Als wie seinen eignen Sohn.
Da rief er seinen Schneider,
Der Schneider kam heran:
Da, miß dem Junker Kleider
Und miß ihm Hosen an!
In Sammet und in Seide
War er nun angetan
Hatte Bänder auf dem Kleide,
Hatt´ auch ein Kreuz daran...
"Die prominenten Gäste des Opernballs kamen in Samt und Seide daher."
"Wer es sich leisten kann, geht in Samt und Seide - und will darin
auch gesehen werden."
"Zwischen in Samt und Seide gekleideten, vornehm tuenden Damen
fühlt sie sich wohl, auch wenn für einige derer die Bezeichnung "in Seide gehüllter Dreck" noch
schmeichelhaft wäre." Abbildung(en)Werdegang des Seidenspinners
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1) Maulbeerbaum
2) eierlegender Schmetterling
3) frisch geschlüpfte Raupen
(kaum zu erkennen)
4 + 5) verschiedene Entwicklungsstadien
6) ausgewachsene Raupe
7) Kokon
8) schlüpfender Schmetterling
9) Männchen
10) Weibchen
11) sogenannte Spinnhütte
12) Gelbspinner
13) Weißspinner
14) Grünspinner
15) Doppelkokon
16) Kokon
17) Kokon nach Entfernung
der Florettseide
18) abgehaspelter Kokon
19) Kokon mit Flugloch |
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