Redensart / Redewendung(S)ein Scherflein beitragen BedeutungEinen Beitrag (meistens Geld) leisten, einen kleinen Anteil zu einer größeren
Sache beisteuern, mithelfen, etwas unterstützen HintergrundSchon unter den Karolingern (berühmtester Vertreter: Karl der Große, Kaiser von 800 bis 814) im frühen Mittelalter
war ein Scherf eine sehr kleine Münzeinheit. Mundartlich wurde daraus
eine allgemeine Bezeichnung für kleine Münzen von geringem Wert.
Auf diese alte Bezeichnung griff Luther bei seiner Bibelübersetzung zurück.
Unter Markus 12, 41-44 (ebenso unter Lukas 21, 1-4) wird berichtet, wie
Jesus in Jerusalem Menschen beobachtet, die Geld in einen Opferstock spenden.
Er lobt vor seinen Jüngern eine alte Witwe, die zwar nur zwei kleine Münzen
gibt und somit viel weniger als alle anderen, deren Gabe aber ihr ganzes
Vermögen darstellt. Luther stand vor dem Problem, die in der lateinischen
Vorlage für die Geldstücke verwendeten Begriffe so zu übersetzen, daß
der einfache Mann es auch verstehen konnte. Mit alten griechischen oder
römischen Münzbezeichnungen hätten nur die allerwenigsten etwas anfangen
können. Er entschied sich für Scherflein und kam zu diesem Ergebnis:
"Und es kam eine arme Witwe und legte zwei Scherflein ein; die machen
einen Heller." (Markus) bzw. "Er sah aber auch eine arme Witwe,
die legte zwei Scherflein ein." (Lukas).
Beispiele"Die bundesdeutschen Wähler können dazu ihr Scherflein beitragen, indem
sie die politisch verantwortlichen Parteien konsequent abstrafen."
"Jeder, der es vermag, muß sein Scherflein beitragen, und sei es noch so gering."
"Zähneknirschend steuern sie ein Scherflein bei, um dem Bildungsauftrag Genüge zu
leisten und sich selbst ein wenig Glanz zu gönnen."
"Halbe-halbe ist das Kürzel für eine Aktion, mit der Männer gemahnt werden sollen,
ihr Scherflein zur Hausarbeit beizutragen."
"Mit rund 450.000 Tonnen Kohlendioxid jährlich wird die Anlage zur weiteren
Erderwärmung und Klimaveränderung ihr Scherflein beitragen." Abbildung(en) |