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Nikolaus

Hoffentlich hatten Sie daran gedacht, Ihrer/m/n Liebsten bei Nacht und Dunkelheit eine kleine Überraschung in die Schuhe zu schieben. Sonst brannte womöglich der Baum schon lange vor der Zeit das erste Mal... Insbesondere wir Männer neigen ja gerüchteweise dazu, die ganz wichtigen Termine wie Hochzeitstag, Muttertag Valentinstag..., kurz, alle außer Geburtstag und Weihnachten, zu verschwitzen.

Daß der Nikolaustag heißt, wie er heißt, verdanken wir einem der populärsten Heiligen der Kirchengeschichte namens - wen wundert´s - Nikolaus. Der war in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts Bischof der kleinasiatischen Stadt Myra (heutige Türkei). Von seinem realen Leben ist nicht sonderlich viel überliefert. Dafür ranken sich um so mehr Legenden um seine vorgeblichen Wundertaten. So soll er z.B. während einer Hungersnot Korn vermehrt und einen Stiefel vom Teufel erwürgten Jungen wieder zum Leben erweckt haben. Und schon als Kleinstkind soll er so fromm gewesen sein, daß er an Fastentagen nur einmal die Mutterbrust genommen habe. Nun ja.. Jedenfalls sorgten die zahllosen Geschichten dafür, daß sich im Laufe der Jahrhunderte die Nikolaus-Verehrung immer weiter ausbreitete. Speziell der russisch-orthodoxen Kirche gilt er als Nationalheiliger. Aber es geht auch näher - vielleicht kennen Sie ja die eine oder andere Nikolaikirche. Und sein Todestag ist ein offizieller kirchlicher Feiertag. Und der ist jedes Jahr wann? Genau.

Das Brauchtum zum Nikolaustag beruht oft auf den Legenden und ist regional sehr unterschiedlich. Das Befüllen der Schuhe bspw. ist zurückzuführen auf eine Geschichte um drei Jungfrauen, deren Vater zu arm ist, um eine Mitgift zu stellen und sie zu verheiraten. Nikolaus hilft, indem er nachts heimlich Goldklumpen in die Zimmer der Mädchen wirft. Und die übliche Frage des Nikolaus an Kinder, ob sie denn auch artig gewesen wären, geht zurück auf eine Episode aus der Bibel. In der vertraut ein Herr vor seiner Abreise jedem seiner drei Knechte Geld an und fordert bei seiner Rückkehr Rechenschaft. Denn der Nikolaus verteilt nicht nur Leckereien, nein, er kann auch anders. Bösen Kindern droht die Rute. Allerdings ist Tadel und Bestrafung eher Aufgabe des finsteren Knecht Ruprechts, der die mahnende Gegenfigur zum heiligen Nikolaus darstellt. Eine rein erzieherische Maßnahme. Und wohl keine ungeschickte. Allerdings variieren die Aufgaben, Erscheinungen und auch der Name des Ruprechts regional sehr stark.

Ursprünglich war der Nikolaustag zugleich Tag der Weihnachtsbescherung. Nikolaus ging dieser Aufgabe verlustig, nachdem sich vor allem die Reformatoren gegen die ausgeprägte Heiligenverehrung der katholischen Kirche gewandt hatten ("Götzendienst"), weil sie darin die Alleinstellung Jesu Christi bedroht sahen. Aber mit dem Weihnachtsmann (oder dem Christkind) kommen wir auch ganz gut zurecht, oder?

Ach ja: Verwechseln Sie nicht den Nikolaus mit dem Weihnachtsmann! Traditionell wird der Nikolaus als katholischer Bischof dargestellt, also mit Mitra, Hirtenstab und Bischofsmantel. Alles, was mit roter Jacke daherkommt, ist ein Weihnachtsmann.

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