Redensart / RedewendungÜbersichtsartikel zu Redensarten mit dem Thema Sterben BedeutungSiehe Text HerkunftWohl kein anderer "Sachverhalt" bringt es auf derart viele Umschreibungen wie das Sterben. Einige wenige, deren Hintergrund ich interessant gefunden habe, finden Sie mit einem gesonderten Artikel versehen auf diesem Projekt:
Über den Jordan gehen
Den Löffel abgeben
Über die Wupper gehen
Das Zeitliche segnen
Es würde aber deutlich den Rahmen sprengen und der Vielfalt dieses Projektes Schaden tun, wollte ich jede Redensart / Redewendung zu diesem Thema einzeln aufgreifen. In vielen Fällen wären auch die zur Verfügung stehenden Informationen zu dünn, um einen interessanten Text zu verfassen. Jedoch möchte ich an dieser Stelle der Fülle an Euphemismen (beschönigende Umschreibungen) in der Form Raum geben, daß ich eine kleine und absolut unvollständige Liste ohne weitere Erläuterungen einbinde.
Woran liegt das eigentlich, daß nun gerade der Tod zu so viel "Poesie" Anlaß gibt? Ein wichtiger Punkt dürfte die Unumgänglichkeit sein. Nicht jeder ist von altem Schrot und Korn, vielleicht wurden Sie noch nie im Stich gelassen und lassen sich nicht so leicht ein X für ein U vormachen, aber den Tod, den kann niemand umschiffen. Und vermutlich liegt in diesem harten, unabänderbaren Fakt der wichtigste Grund, daß wir das Wort sterben oft nur ungern in den Mund nehmen, sondern je nach Situation auf eine Umschreibung zurückgreifen. Situation ist ein gutes Stichwort. Es gibt zuviele Möglichkeiten, in welcher Art und Weise man mit dem Tod in Kontakt kommen kann, als daß nur zwei oder drei Umschreibungen genügen würden. So geht ein Soldat, der seine Angst im Zaum halten muß und sich nicht zu sehr mit dem Thema belasten darf, sprachlich anders - derber - mit dem Sterben um als ein Pfarrer, der sich in einer Grabrede aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen und angesichts des religiösen Hintergrundes wohl etwas "blumiger" ausdrücken wird.
Aber gut, hier die in keiner Weise sortierte und natürlich auch unvollständige Liste:
+ Den Geist aufgeben
+ Die Augen schließen
+ Die Augen auf Null stellen
+ Unter die Engel aufgenommen werden
+ Die letzte Reise antreten
+ Daran glauben müssen
+ In die Grube fahren / in die Gruft steigen
+ In den Hafen einlaufen
+ Über Bord gehen
+ In die große Armee abberufen werden
+ Den letzten Seufzer tun
+ Flöten gehen
+ Sich die Radieschen von unten anschauen
+ Ins Gras beißen
+ Auf die Verlustliste kommen
+ In die ewigen Jagdgründe eingehen
+ Sein Leben aushauchen
+ Vor die Hunde gehen
+ Zur Hölle fahren
+ Vor seinen Schöpfer treten
BeispieleAbbildung(en) |