Redensart / RedewendungEtwas (nicht) aufs Tapet bringen BedeutungEine Sache (nicht) zur Sprache bringen, (nicht) zur Verhandlungssache machen, (nicht) auf die
Tagesordnung setzen, (nicht) ausdiskutieren HerkunftDer etwas altmodische und sicher nicht jedem geläufige Begriff Tapet
geht auf das lateinische Wort tapetium oder auch tapis zurück, das
für Decke, Teppich stand und dem wir auch die Tapete verdanken. In späterer
Zeit bezeichnete man mit Tapet den zumeist grünen Bezug der Tische in
Sitzungszimmern (--> Etwas am grünen Tisch verhandeln). Im 17. Jahrhundert,
als unter dem Einfluß des französischen Sonnenkönigs (Ludwig XIV.) Französisch
die Modesprache an den meisten europäischen Fürstenhöfen war, hielt die
Wendung mettre une question sur le tapis (eine Frage auf den Tisch bringen)
auch bei uns Einzug und wurde eingedeutscht.
Da es sich trotz des lateinischen Ursprungs um eine Entlehnung aus dem
Französischen handelt, heißt es "Tapeee", und nicht "Tapettt". Wer sich
unter dem Begriff absolut nichts vorstellen kann, bringt ersatzweise schon
mal eine Sache aufs Trapez. Beispiele"Wir ließen ihn das auch merken, und um sich aus der Affaire zu ziehen und etwas anderes auf das Tapet
zu bringen, griff er in die Tasche und zog ein Paket Spielkarten hervor."
"Ob in Parteien oder Unternehmen, bei Verbänden oder in den Gewerkschaften, zu wissenschaftlichen oder
kirchlichen Fragen – immer wieder tauchen Zeitgenossen auf, die sich bestehenden Dogmen
und althergebrachten Meinungen widersetzen, Bedenken anmelden, unliebsame Fragen aufs Tapet bringen
und Fragen jenseits gelegter Denkgleise und Handlungsmuster zu stellen wagen."
"Und bei Österreich hat man jetzt manchmal das Gefühl, daß es ihnen eigentlich ganz recht ist,
wenn das Thema Südtirol nicht mehr auf dem Tapet steht."
"Im Laufe der nächsten Monate kommt das auf das Tapet."
"Was ich damit meine, ist, daß jemand auch negative Punkte aufs Tapet bringen können sollte,
ohne gleich als Versager abgestempelt zu werden." Abbildung(en) |