Lebkuchen / Pfefferkuchen
Ob mit Schokolade oder Zuckerguß, mit Nüssen, Mandeln, Marmelade oder womit auch immer: Lebkuchen
sind aus der Vorweihnachtszeit nicht wegzudenken. Ob Nürnberger Lebkuchen, Pulsnitzer Pfefferkuchen
oder Aaachener Printen - was in den traditionellen Hochburgen hergestellt wird, kann durchaus als Spezialität
gelten, die sich in Geschmack und Aussehen, aber auch im Preis von der "Tütenware" abhebt.

In Belgien erfunden, breitete sich der Lebkuchen über Aachen zunächst im Südwesten der deutschen Lande aus, um von dort aus
im Laufe der Zeit seinen Siegeszug fortzusetzen. Bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts war der Pfefferkuchen
in Ulm bekannt, im 14. Jahrhundert breitete er sich in und um Nürnberg aus.
Der Ursprung der Bezeichnung Lebkuchen läßt sich nicht mehr genau rekonstruieren, ein Zusammenhang mit
Leben wird von Sprachforschern allerdings ausgeschlossen. Eher denkt man an das lateinische
libum (Fladen, Opferkuchen) oder das germanische Wort Laib (Brotlaib). Die ebenfalls
gebräuchliche Bezeichnung Pfefferkuchen hingegen läßt sich ganz einfach erklären: Früher nannte man, wenn es nicht
darauf ankam, der Einfachheit halber alle exotischen Gewürze kurzerhand Pfeffer. (Daher wurden Kaufleute,
die mit dem Gewürzhandel zu Reichtum gekommen waren, abschätzig Pfeffersäcke genannt.)
Und exotische Gewürze sind in der Tat Grundbestandteil eines jeden Pfefferkuchens. Zimt
kennt noch jeder. Bei Anis, Kardamom, Koriander, Gewürznelken oder Muskat kommt man schon eher ins Grübeln.
Alles teure Gewürze aus fernen Ländern (erst recht in Zeiten ohne schnelle Transportmittel).
Obwohl die Herstellung mittlerweile vielerorts maschinisiert ist, weil sonst die massenhafte Nachfrage gar nicht
befriedigt werden könnte, bleibt die genaue, seit Jahrhunderten verfeinerte Zusammensetzung und Abmischung
der Zutaten natürlich ein streng gehütetes Geheimnis des jeweiligen Herstellers.
Ich muß sagen, ich habe richtig Appetit bekommen. Sie auch?
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