Christbaumkugeln
Ein Weihnachtsbaum ohne Kugeln ist doch unvorstellbar, oder? Wäre ja wie Weihnachten ohne Schnee...
Die ersten Christbaumkugeln wurden spätestens 1848 im Thüringischen Lauscha geblasen, in dem schon seit
über 250 Jahren eine Glashütte existierte. Glasaugen wurden ebenso in Lauscha entwickelt wie die Glasmurmeln,
mit denen der eine oder andere vielleicht noch gespielt hat. Sind ja doch etwas aus der Mode gekommen...
Der Sage nach hatte ein mittelloser Glasbläser die Idee, bunte Glaskugeln als Baumschmuck herzustellen,
weil er kein Geld für die damals üblichen Äpfel, Nüsse, Zuckerfiguren etc. hatte. Eine nette Legende, an der
aber gezweifelt werden darf. Schließlich hatte das Rohmaterial auch seinen Preis, wenn man es ehrlich erwarb.
Anfangs wurden die Kugeln noch mit einer nicht ungefährlichen Zinn-Blei-Legierung verspiegelt und dann
in Farbe getaucht. Ab ca. 1870 verwendete man Silbernitrat, das auch bei Spiegeln verwendet wurde (und wird) und dort das hochgiftige
Quecksilber abgelöst hatte. Bei steigender Nachfrage waren die Thüringer lange Zeit ohne Konkurrenz. Erst
nach dem Ersten Weltkrieg stiegen andere Firmen ins Geschäft ein, u.a. solche aus Böhmen und den USA.
Aber weder die Konkurrenz, noch der Zweite Weltkrieg und auch nicht 40 Jahre sozialistische Planwirtschaft
konnten den ausgezeichneten Ruf der Lauschaer Glasprodukte ruinieren. Die Region lebt immer noch von den
Glashütten. Daran ändern auch die seit einigen Jahrzehnten erhältlichen Christbaumkugeln aus Kunststoff
nichts, die zwar unempfindlicher sind, denen aber auch irgendwie die Ausstrahlung fehlt.
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