Redensart/Redewendung
das Zünglein an der Waage sein
Bedeutung
den Ausschlag geben - für etwas entscheidend sein
Herkunft
Als Zünglein bezeichnet man einen kleinen Zeiger in der Mitte einer das Hebelgesetz ausnutzenden Balkenwaage, wie sie z.B. Apotheker lange Zeit verwendeten. Das Zünglein zeigt bei nur geringfügigen Gewichtsunterschieden an, zu welcher Seite sich die Waage neigt und - mit entsprechender Skala ausgerüstet - wie groß der Gewichtsunterschied ist.
In den Händen der Justitia (römische Göttin der Gerechtigkeit und des Gerichtswesens) ist die Balkenwaage das Sinnbild für Gerechtigkeit und Ausgewogenheit.
Beispiele
"Einmal mehr waren die Grünen das Zünglein an der Waage."
"Die Waage ist nicht mehr nur ein Haushaltsgerät, sie ist auch das Zünglein
an der Waage, entscheidet über Hoch oder Tief, gut drauf oder zu Tode betrübt, essen oder hungern."
"Was das Zünglein an der Waage sein wird, lässt sich beim besten Willen noch nicht absehen."
"Am Ende spielte die bessere Ausdauer das Zünglein an der Waage."
"Oft sind Leseranfragen das Zünglein an der Waage und entscheiden,
welche Redewendung als nächste bearbeitet wird."
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Wissenswertes
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Auch in heutiger Zeit findet man auf, an, in oder vor vielen Gerichtsgebäuden eine Darstellung der Iustitia. In den meisten Fällen ist sie
mit einer Augenbinde, einer Waage und einem Schwert ausgestattet. Diese Gegenstände sollen versinnbildlichen, dass das Recht ohne Ansehen der Person
(Augenbinde), nach reiflicher Überlegung und Abwägung aller Umstände (Waage) und mit der nötigen Härte (Richtschwert) angewendet wird.
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