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Post an den Weihnachtsmann

Sollten Sie oder die lieben Kleinen noch ein paar spezielle Wünsche an den (Weihnachts)Mann bringen wollen, ist es bereits später als nur Fünf vor Zwölf. Etwas Bearbeitungszeit muß man dem guten Mann schließlich schon lassen. Sie müßten sich dann auch entscheiden, an welche Adresse Sie die Wünsche schicken wollen. So beanspruchen u.a. 21709 Himmelpforten, 97267 Himmelstadt und 16798 Himmelpfort für sich, die postalische Heimat des Weihnachtsmanns zu sein. Als etwas exotischere Variante stünden auch die Weihnachtsinseln zur Verfügung, die so heißen, weil sie am 25. Dezember 1643 von William Mynors bzw. 24. Dezember 1777 vom berühmten James Cook entdeckt wurden. Während sich auf ersterer, zu Australien gehörig, der Weihnachtsmann von seiner anstrengenden Saisonarbeit erholen könnte, ist letztere, Teil des Inselstaates Kiribati, wegen britischer und amerikanischer Kernwaffentests in dern 50er und 60er Jahren nicht mehr ganz so idyllisch.

Weihnachtskarte Die sogenannten Weihnachtspostämter gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch in Skandinavien und im angloamerikansichen Raum. Das erste deutsche Weihnachtspostamt öffnete 1967 im Hildesheimer Stadtteil Himmelsthür seine Pforten. Bedauerlicherweise gehen Rationalisierung und wirtschaftliche Zwänge auch an der Deutschen Post AG nicht spurlos vorüber, so daß zwecks Kostenersparnis schon einige Postfilialen, die auch als Weihnachtspostamt gedient hatten, geschlossen wurden. So erging es z.B. dem bekannten Himmelpfort im Brandenburgischen, wo jährlich über 150.000 Weihnachtsbriefe bearbeitet wurden. Aber auch das traditionsstiftende Postamt in Hildesheim-Himmelsthür gibt es so nicht mehr. Trotzdem werden hier wie da mit Hilfe zum Teil ehrenamtlicher Mitarbeiter Briefe an den Weihnachtsmann nach wie vor beantwortet.

Aber auch große Kinder schreiben gern an den Weihnachtsmann, so die denn Briefmarkensammler sind oder jemandem einen ganz besonderen Gruß zukommen lassen wollen. Die jährlichen Sonderstempel und Sonderbriefmarken sind ebenso sympathisch wie begehrt. Und was ein waschechter Sammler ist, dem ist auch der (Post)Weg nach 4411 Christkindl - Österreich, Santa Claus - Indiana 47579 - USA oder zu Väterchen Frost in 162390 Weliki Ustjug - Rußland nicht zu weit. Er muß die Post ja nicht selbst hinbringen...

Und noch etwas für die, die schon groß sind: Auch im sogenannten "Zeitalter der elektronischen Kommunikation" sorgen die Weihnachtskarten dafür, daß die Post jedes Jahr zur Weihnachtszeit Aushilfskräfte einstellen muß, um der Kartenflut Herr zu werden. Erfunden wurde die Weihnachtskarte 1843 von einem englischen Beamten namens Henry Cole, der zu faul war, seiner Verwandt- und Bekanntschaft die eigentlich üblichen langen Briefe zu schreiben und daher Karten mit weihnachtlichem Motiv drucken ließ, die naturgemäß nur begrenzten Raum für handschriftliche Mitteilungen boten.

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