Redensart / RedewendungJemandem etwas abknöpfen BedeutungJemandem etwas (meist Geld) mittels Gewalt, einer List / eines Betruges oder durch Überredungskunst
wegnehmen, sich etwas mit Geschick aneignen HintergrundDas Wort abknöpfen bezieht sich auf den alten Brauch, Knöpfe aus Edelmetallen oder anderen
wertvollen Materialien zu verwenden, um seinen (Wohl)Stand zu demonstrieren. Knöpfe waren damals keine
Massenware "made in Taiwan", sondern - zumindest für den gehobenen Anspruch - von künstlerisch veranlagten
Handwerkern hergestellte Statussymbole. In ländlichen Gebieten wurden gern - künstlerisch etwas weniger
anspruchsvoll - Silbermünzen zu Knöpfen umgearbeitet. Kam es auf einer einsamen Handelsstraße, in einer
verwinkelten Gasse oder sonstwo zu einem Überfall - und sicherer als heute war das Leben damals bestimmt
nicht - wurde der Kaufmann, Großbauer, Adlige usw. dann nicht nur um Schmuck, Ware oder Bargeld
erleichtert, sondern auch um die Knöpfe - sie wurden ihm abgeknöpft. Beispiele"Billige Bohne, teure Tasse - was Gastronomen ihren Kunden für Kaffee
abknöpfen."
"Ich habe auch kein Geld, was sie mir abknöpfen könnten!"
"Und nun finde ich mich hier in meinem Winkel wieder, ein Klumpen Fasern
und Knorpel, und auf meinen Verstand, mein Herz oder meinen Glauben würde
keiner auch nur einen Heller setzen, denn an mir ist nichts mehr, was
man mir abknöpfen könnte." (aus "Der Roulettspieler" von Mircea Cartarescu)
"Man kann den Reisenden ja schlecht 25 Cent Pfand abknöpfen und ihnen sagen, daß sie das Geld nur zurück bekommen, wenn sie die Dose in den selben Laden zurückbringen."
"Doch die Suche nach Geldquellen für die klammen Kassen ist schwierig: Wie viel kann der Staat den Wohlhabenden abknöpfen?" Abbildung(en) |