Startseite / Allgemein / Jemandem etwas abknöpfen

Jemandem etwas abknöpfen

Redensart/Redewendung

jemandem etwas abknöpfenRussischPolnischItalienischSpanischFranzösischEnglisch

Werbung

Bedeutung

jemandem etwas (meist Geld) mittels Gewalt, einer List oder eines Betruges oder durch Überredungskunst wegnehmen – sich etwas mit Geschick aneignen

Herkunft

Das Wort abknöpfen bezieht sich auf den alten Brauch, Knöpfe aus Edelmetallen oder anderen wertvollen Materialien zu verwenden, um seinen (Wohl)Stand zu demonstrieren. Knöpfe waren damals keine Massenware „made in Taiwan“, sondern – zumindest für den gehobenen Anspruch – von künstlerisch veranlagten Handwerkern hergestellte Statussymbole. In ländlichen Gebieten wurden gern – künstlerisch etwas weniger anspruchsvoll – Silbermünzen zu Knöpfen umgearbeitet. Kam es auf einer einsamen Handelsstraße, in einer verwinkelten Gasse oder sonst wo zu einem Überfall – und sicherer als heute war das Leben damals bestimmt nicht – wurde der Kaufmann, Großbauer, Adlige usw. dann nicht nur um Schmuck, Ware oder Bargeld erleichtert, sondern auch um die Knöpfe – sie wurden ihm abgeknöpft.

Beispiele

„Billige Bohne, teure Tasse – was Gastronomen ihren Kunden für Kaffee abknöpfen.“
„Und nun finde ich mich hier in meinem Winkel wieder, ein Klumpen Fasern und Knorpel, und auf meinen Verstand, mein Herz oder meinen Glauben würde keiner auch nur einen Heller setzen, denn an mir ist nichts mehr, was man mir abknöpfen könnte.“ (aus „Der Roulettspieler“ von Mircea Cartarescu)
„Man kann den Reisenden ja schlecht 25 Cent Pfand abknöpfen und ihnen sagen, dass sie das Geld nur zurück bekommen, wenn sie die Dose in denselben Laden zurückbringen.“
„Doch die Suche nach Geldquellen für die klammen Kassen ist schwierig: Wie viel kann der Staat den Wohlhabenden abknöpfen?“

Jemandem etwas abknöpfen
Diesen Artikel bewerten

Einen Kommentar schreiben

Ihre Email-Adresse wird natürlich nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind markiert. *

*

10 − 6 =

x

Das sollten Sie sich auch anschauen.

Geliefert sein

Geliefert sein meinte ursprünglich, dem Richter oder gar Henker ausgeliefert zu sein bzw. zu werden. Und wer "jemanden ans Messer lieferte", sorgte bspw. durch Verrat dafür, dass der Scharfrichter Arbeit bekam.

Hat man Ihnen als Kind die Hosen stramm gezogen?

Die Hosen strammziehen erinnert an Zeiten, in denen es in der Schule oder daheim noch eine Tracht Prügel setzten konnte. Aber was hat das mit Hosen zu tun? Klicken - lesen - wissen!