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Jemandem ein Dorn im Auge sein

Redensart/Redewendung

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Bedeutung

für jemanden unerträglich/sehr ärgerlich sein – jemandem ein Ärgernis sein – jemanden stören/reizen – jemandem Verdruss bereiten

Herkunft

DornenDorn meint diese spitzen Gebilde einiger Pflanzenarten, dessen Berührung nicht nur beim Menschen einen schmerzlichen Eindruck hinterlässt, sondern auch bei Pflanzenfressern. Die Natur stattet Pflanzen also nicht aus Spaß an der Sache oder aus „Bosheit“ mit Dornen aus, sondern zum Schutz vor natürlichen Feinden.

KaktusBei Dornen werden wohl die meisten Leser zuerst an Rosen denken. Interessanterweise hat eine Rose in den Augen eines Pflanzenkundlers keinen einzigen Dorn, sondern bildet Stacheln. In der Gegenrichtung sind Kakteen – nach allgemeinem Dafürhalten äußerst stachelig – mit Dornen übersät.[1]

Auf solche spitzfindigen Unterschiede legte man früher wenig Wert, wie schon die sehr alte Wendung „keine Rose ohne Dornen“ zeigt. Und auch viele Kinder würden verdutzt dreinschauen, erzählte man ihnen das alte Märchen vom Stachelröschen.

Wie kommt der Dorn nun ins Auge und in die Redensart? Der Dorn im Auge ist schon seit dem Mittelalter bekannt, dürfte uns aber vor allem dank der biblischen Verwendung erhalten geblieben sein. Nach dem Auszug aus Ägypten befiehlt Gott Moses und dem Volke Israel, nach Kanaan zu ziehen und dort die Kanaaniter zu vertreiben. Für den Fall der Zuwiderhandlung droht er an (mit den Worten Luthers):

„Werdet ihr aber die Einwohner nicht vertreiben vor eurem Angesicht, so werden euch die, die ihr überbleiben lasset, zu Dornen werden in euren Augen und Stacheln in euren Seiten und werden euch drängen aus dem Lande, darinnen ihr wohnet.“[2]

Gemeint ist, dass die heidnischen Kanaaniter die Isrealiten zur Abkehr von Gott und zu Sünden verführen könnten, falls sie nicht vertrieben werden.

[1] Ein wesentlicher Unterschied liegt darin, dass Dornen Kanäle für den Transport von Nährstoffen haben, Stacheln aber nicht.
[2] Altes Testament, 4. Buch Moses, Kapitel 33, Vers 55

Beispiele

„Der Bildschirm gefällt mir eigentlich sehr gut, aber der Preis ist mir ein Dorn im Auge.“
„Ein Dorn im Auge sind dem Schulleiter die Zigaretten-Automaten im Umfeld der Schule.“
„Ein Dorn im Auge sind den Bürgern auch die Prospekte, die an Haustüren stapelweise abgeladen werden.“
„Andersdenkende waren ihr schon immer ein Dorn im Auge.“

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