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Die Flinte ins Korn werfen

Redensart/Redewendung

RussischPolnischItalienischSpanischFranzösischEnglischdie Flinte ins Korn werfen

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Bedeutung

aufgeben – davonlaufen – den Mut verlieren – nicht mehr an einen Erfolg glauben

Herkunft

Wie so viele andere Redewendungen war auch die Flinte ins Korn werfen dereinst wörtlich zu verstehen. Aber wer sollte die Flinte ins Korn werfen und warum?

In den an Kriegen reichen Jahrhunderten siebzehn und achtzehn bestanden die Heere weitgehend aus Söldnern. Viele ließen sich von geschickten Werbern blenden, von der Aussicht auf fette Beute. Andere waren zum Kriegsdienst gezwungen worden, ob nun von der Not oder von denjenigen, die Soldaten brauchten.

Die Kampfmoral solcher Truppen war bisweilen fragwürdig. Solche Kämpfer wollten Sold kassieren, Beute machen, vielleicht auch das ungebundene, ausschweifende Soldatenleben genießen. Ihr Leben verlieren wollten sie genauso wenig wie Hinz und Kunz. Und sehr wahrscheinlich noch weniger als jemand, der Haus und Hof verteidigte oder für eine als gerecht empfundene Sache kämpfte.

Bild: FlinteVerlief eine Schlacht ungünstig und eine Niederlage zeichnete sich ab, ergfiffen die Söldner lieber die Flucht, statt verbissen bis zum bitteren Ende zu kämpfen. Man kann auch sagen, sie gaben Fersengeld und machten sich aus dem Staub. Dabei warfen sie ihre Flinten,
die bei einer Flucht nur hinderlich waren, tatsächlich in die allgegenwärtigen Kornfelder.

Aufschluss über die Entstehungszeit der Redewendung gibt u.a. der Begriff Flinte. Flinte kommt von Flintstein (Feuerstein) und meint einen besonderen Auslösemechanismus für Gewehre, der sich erst im 17. Jahrhundert durchsetzte. Der Flintstein schlug auf ein Metallstück auf. Die dabei entstehenden Funken entzündeten das Pulver. Das Auslösen durch Funkenflug war wirksamer und einfacher im Gebrauch als die bis dato üblichen Lunten – siehe Lunte riechen.

Beispiele

„Trotzdem sollten die deutschen Anleger nicht gleich wieder die Flinte ins Korn werfen.“
„Nun wirft ausgerechnet der Vorsitzende des Schützenvereins die Flinte ins Korn.“
„Er warnte davor, jetzt die Flinte ins Korn zu werfen.“
„Er hat im Verein wechselhafte Jahre erlebt und doch nie die Flinte ins Korn geworfen.“

Die Flinte ins Korn werfen
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