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Jemandem Paroli bieten

Redensart/Redewendung

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Bedeutung

sich wehren – Widerstand leisten – jemandem entgegentreten

Herkunft

Bild: KönigParoli ist ein Begriff aus dem früher sehr beliebten Kartenspiels Pharao (auch Pharo oder Faro), das über Frankreich aus Italien zu uns gekommen ist. Der Name dieses Spiels rührt angeblich daher, dass einer der Könige als Pharao dargestellt wird.[1] Andere behaupten, das Spiel heiße so, weil die Zigeuner, die es mit besonders großer Hingabe spielten, in Frankreich als Ägypter oder Pharaonen betitelt wurden.[2]

In einem sehr weiten Sinne könnte man Pharao in einigen Hinsichten mit dem heutigen Black Jack vergleichen. Hatte ein Spieler in der ersten Runde gewonnen, konnte er seinen ursprünglichen Einsatz und den Gewinn stehenlassen, also verdoppeln. Und genau das nannte man Paroli bieten. Diesen Spielzug machte der Spieler kenntlich, indem er die Ecke der Karte, die er als nächstes spielen wollte, nach oben bog. Wegen des Umknickens der Kartenecke sprach man früher auch von Paroli biegen. Doch diese Variante ist schon lange aus der Mode gekommen. Das Spiel übrigens auch.

Im 18. und 19. Jahrhundert hingegen war Pharao so verbreitet, dass dieses Spiel sogar Gegenstand literarischer Werke wurde, z.B. in E.T.A. Hoffmanns Novelle „Spielerglück“ aus dem Jahr 1820. In der Erzählung entrinnt ein angesehener junger Adliger nur knapp der Gefahr, in die Spielsucht abzusinken und das ganze Glück seines ihm noch bevorstehenden Lebens zu verschleudern. Sie können die Novelle u.a. auf zeno.org nachlesen. Keine Bange, die Geschichte ist nicht sonderlich lang.

[1] Schrader, Herman: Der Bilderschmuck der deutschen Sprache in Tausenden volkstümlicher Redensarten, 7. Auflage, Verlag Emil Felber, Berlin 1912, S. 452
[2] Krünitz, Johann Georg: Oekonomische Encyklopädie, Berlin 1809, Bd. 112 (Siehe diese von der Uni Trier digitalisierten Ausgabe. Ein direkter Verweis auf den Artikel ist aus technischen Gründen leider nicht möglich.)

Beispiele

„Eine Halbzeit lang hatte die Eintracht in beeindruckender Art und Weise Paroli geboten – aber ebend nur eine Halbzeit lang.“
„Allen Befürchtungen zum Trotz hat es Deutschland nicht geschadet, Amerika Paroli zu bieten.“
„Der eine oder andere Spieler war mit der Aufgabe, dem BvB Paroli zu bieten, so hoffnungslos überfordert, dass es fast schon Mitleid erregte.“
„Dem Familienunternehmen fehlt der finanzielle Rückhalt eines Konzerns, so dass es nur unter Aufbietung aller Kräfte der mächtigen Konkurrenz Paroli bieten kann.“
„Er sprach von der Notwendigkeit, sich sich rasch und schlagkräftig zu organisieren, damit den Spekulanten endlich Paroli geboten werden kann.“

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