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Jemanden in den Sack stecken

Redensart/Redewendung

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Bedeutung

jemandem überlegen sein - in einer Sache besser sein als jemand - jemanden besiegen/übertreffen/überflügeln

Herkunft

Bild: SackEinen anderen in den Sack stecken kann, wer seinem Gegner an geistiger Stärke oder körperlicher Kraft übertrifft. Die Redensart war bereits im Mittelalter gebräuchlich, und vieles deutet darauf hin, dass ihr ein tatsächlich ausgeübter Brauch zugrunde lag. Demnach schob oder steckte bei Schaukämpfen der Sieger den Unterlegenen wortwörtlich in einen Sack, und sei es nur zur Belustigung der Zuschauer.

Diese Sitte mag uns so merkwürdig erscheinen, dass wir an der Zuverlässigkeit dieser Herleitung zweifeln. Und doch weisen viele alte Textstellen in diese Richtung. So heißt es bspw. in Johannes Agricolas Sprichwörtersammlung aus dem Jahr 1534: Gott hin, Gott her, ich sehe wohl, wer den anderen vermag, der steckt ihn in den Sack.

Und wer jemanden oder etwas im Sack hat, der hat also jemanden besiegt oder etwas sehr sicher.

Beispiele

"Fachlich kann der Minister alle in den Sack stecken, aber darauf kommt es gar nicht so sehr an."
"In zwanzig Jahren haben uns die Chinesen in den Sack gesteckt."
"Trotzdem ließen sich die Gewerkschaften nicht einfach so in den Sack stecken."
"Nach nur einem Jahr Training konnte er alle in den Sack stecken, die den schmächtigen Jungen ehedem belächelt hatten."

Wissenswertes

Seit Jahrhunderten wird zu jemanden in den Sack stecken eine hübsch ausgeschmückte Geschichte überliefert, die wohl auch ein, zwei Körnchen Wahrheit enthalten mag:

Im 16. Jahrhundert hatte Kaiser Maximilian eine uneheliche Tochter von außergewöhnlicher Schönheit, um die sich zwei Männer ganz besonders bemühten: ein ebenso kräftiger wie reicher und vornehmer spanischer Edelmann und ein Hofkriegsrat des Kaisers von außerordentlich stattlicher Statur, dessen geflochtener Bart bis zum Boden reichte. Da der Kaiser keinen der beiden Bewerber abweisen und beleidigen wollte, ordnete er einen Wettkampf an. Die Hand seiner Tochter sollte erhalten, wer den Anderen in einen Sack zu stecken vermöchte. Nach lange ausgeglichenem Ringen gelang es dem Höfling des Kaisers schließlich, dem Spanier den Sack über den Kopf zu werfen, ihn zu überwältigen und ganz in den Sack zu schieben - unter dem Gelächter des anwesenden Hofstaates und des schaulustigen Volkes. Der Sieger kehrte mit seiner Braut und einer hübschen Mitgift heim. Aber auch der in seinem Stolz tief verletzte Spanier verließ alsbald den Kaiserhof.

Jemanden in den Sack stecken
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