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Das Salz in der Suppe

Redensart/Redewendung

RussischPolnischItalienischSpanischFranzösischEnglischdas Salz in der Suppe sein

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Bedeutung

ein wichtiger Bestandteil sein – unbedingt dazugehören – eine Sache erst vervollständigen oder interessant machen

Herkunft

Wieso ausgerechnet Suppe, warum gerade Salz?

Zum einen war die Suppe als eigenständige Mahlzeit früher von ungleich größerer Bedeutung als in heutiger Zeit. Bei der einfachen Landbevölkerung, aber auch bei ärmeren Stadtbewohnern waren Suppe, Eintopf und Brei die wichtigsten Nahrungsmittel. Speisen wie Fisch oder Fleisch kamen – wenn überhaupt – nur an besonderen Tagen auf den Tisch.

SalzDann: Haben Sie schon einmal Suppe ohne Salz gegessen? Selbst wenn Ihnen andere Gewürze zur Verfügung stehen, ohne Salz schmeckt Suppe ziemlich fad. Das gilt freilich auch für viele andere Nahrungsmittel, z.B. Brot, Käse, Wurst… Sie würden nicht glauben, wie oft Salz als Zutat benötigt oder zumindest verwendet wird! Bei Salzstangen ist es offensichtlich, aber hätten Sie bspw. an Kekse gedacht? Davon abgesehen behaupten Wissenschaftler, dass ein Mensch allermindestens drei Gramm Salz pro Tag zum Überleben braucht, weil es den Wasserhaushalt reguliert, wichtig für das Nervensystem und die Knochen ist. Aber keine Sorge, wir nehmen jeden Tag ein Mehrfaches davon zu uns. Zu viel des Guten ist freilich ebenfalls ungesund.

Jedenfalls: Wenn sich die armen Leute schon mit Suppe und ähnlichem begnügen mussten, dann wenigstens gesalzen. Aber selbst das war lange Zeit gar nicht so selbstverständlich! Während heutzutage das Päckchen Salz nur wenige Cent kostet, war es früher sehr wertvoll. Nicht umsonst wurde es auch das weiße Gold genannt. Städte wie Lüneburg oder Halle an der Saale sind durch den Salzhandel reich geworden. Bevor die Konservierungsmittel erfunden wurden, war Salz das so ziemlich einzige Mittel, um Fisch, Fleisch etc. für einen längeren Zeitraum (Winter, Handel) haltbar zu machen. Billiger wurde es erst, nachdem in Mittel- und Norddeutschland große Vorkommen entdeckt worden waren.

Und da einerseits Suppe zum täglichen Leben so vieler Menschen gehörte, andererseits Salz für Geschmack und Gesundheit so wichtig ist und lange Zeit wertvoll war, haben sich im Volksmund eine Reihe von Redensarten/Redewendungen gebildet, die beides beinhalten. Die zwei wohl bekanntesten neben das Salz in der Suppe sein lauten jemandem die Suppe versalzen (jemandem schaden, ihm etwas verderben/verleiden, seine Pläne vereiteln/durchkreuzen) und jemandem nicht das Salz in der Suppe gönnen (neidisch sein)

Beispiele

„Experimente sind das Salz in der Suppe der Wissenschaften!“
„Wenn ein Konflikt geregelt wird und alle Beteiligten die Lösung als Gewinn sehen, dann ist dies das Salz in der Suppe.“
„Sie sind das Salz in der Suppe, entscheiden mit ihren Geistesblitzen über Sieg oder Niederlage.“
„Die weltweit agierenden mittelständischen Unternehmen werden für die Erneuerung so wichtig wie das Salz in der Suppe sein.“
„Ob die Eifersucht das Salz in der Suppe ist oder eher die Suppe versalzt, das muss jeder selbst entscheiden.“
„Der werde ich ordentlich die Suppe versalzen!“

Wissenswertes

Die Zeiten von Spitzhacke und Schaufel sind vorbei. Auch in Bergwerken hat längst schwere Technik Einzug gehalten.

Radlader im Salzbergwerk

Bild: Zeppelin GmbH

Das Salz in der Suppe
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