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Jemandem das Handwerk legen

Redensart/Redewendung

RussischPolnischItalienischSpanischFranzösischEnglischjemandem das Handwerk legen

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Bedeutung

jemanden an der weiteren Ausübung einer unerwünschten/unerlaubten Beschäftigung hindern – jemandem Einhalt gebieten – jemandem etwas unmöglich machen

Herkunft

Bild: LadenschildIm Mittelalter waren die Handwerker einer Stadt in sogenannten Zünften vereinigt. Nur wer in der seinem Handwerk entsprechenden Zunft Mitglied war, durfte als Meister eine Werkstatt betreiben. Durch solche Zusammenschlüsse wollten die Meister ihre Interessen schützen, sei es im Stadtrat gegenüber den mächtigen Kaufleuten, sei es gegenüber fremden Handwerkern, die sich niederlassen wollten.

Die Zünfte griffen tief in das Leben ihrer Mitglieder ein. Das betraf nicht nur das Berufliche, sondern auch den Lebenswandel insgesamt. Wer nun gegen die strengen Zunftordnungen verstieß und sich auch nicht einsichtig zeigte, dem konnten die Zunftoberen im schlimmsten Fall das Handwerk legen, d.h. die Ausübung seines Handwerks verbieten. Später konnten auch die städtischen/staatlichen Behörden die Betätigung als Handwerker untersagen. Wir kennen das unter der Bezeichnung Berufsverbot.

Es heißt das Handwerk legen, weil früher legen nicht nur im Sinne von sich oder etwas hinlegen verwendet wurde, sondern auch so viel wie etwas beenden, niederlegen bedeuten konnte.

Beispiele

„Den Hedge-Fonds, die den Euro als Spekulationsobjekt missbrauchen, müsse endlich das Handwerk gelegt werden.“
„Die Minister wollen Zockern das Handwerk legen und den Banken strengere Spielregeln vorgeben.“
„Die Polizei will den Schnapspanschern endlich das Handwerk legen.“
„Es kostete ihn nicht viel Mühe, ihr das Handwerk zu legen.“

Wissenswertes

Zunftwappen

Einige Zunftwappen auf einem Bild aus einem alten Lexikon.

Jemandem das Handwerk legen
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2 Kommentare

  1. Toller Post! Entspricht auch meinen Erfahrungen.

  2. Danke für die Infos! Habe lange gesucht, um diese Iifos zu finden.

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