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Krokodilstränen vergießen

Redensart/Redewendung

RussischPolnischItalienischSpanischFranzösischEnglischKrokodilstränen weinen/vergießen

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Bedeutung

Mitgefühl/Trauer/Betroffenheit heucheln – Anteilnahme vortäuschen

Herkunft

Bild: KrokodilSeit im Mittelalter die europäischen Kreuzritter und auch Kaufleute das erste Mal Bekanntschaft mit Krokodilen machten, erzählten sie daheim die seltsamsten Geschichten von diesem Wundertier. So erzählte und glaubte man beispielsweise, das Krokodil locke seine Beute an, indem es wie ein kleines Kind bitterlich weine und schluchze. Daher gelten Krokodilstränen als falsche, als heuchlerische, als hinterlistige. Oder wie der Schriftsteller und Prediger Georg Rollenhagen (1542 – 1609) es ausdrückte: „Wie der Krokodil weint, wenn er einen zu fressen meint.“

Eine andere, schon im alten Rom bekannte Legende besagt, dass Krokodile Tränen vergießen, weil sie um ihre Beute trauern. Ein solcher Sinneswandel käme etwas spät – für das Opfer zu spät.

Krokodile vergießen zwar keine Tränen als Ausdruck irgendwelcher Gefühle oder gar zur Täuschung. Trotzdem lässt sich ein Körnchen Wahrheit in solchen Schauergeschichten finden, denn Krokos sondern während des Fressens tatsächlich ein tränenartiges Sekret aus den Augen ab. Eine Vermutung über die Ursache geht dahin, dass beim Aufreißen des Mauls Druck auf Drüsen hinter den Augenlidern ausgeübt wird.

Beispiele

„Anstatt Krokodilstränen zu weinen, sollte sie lieber endlich mal Farbe bekennen.“
„Das medienwirksame Vergießen von Krokodilstränen beherrscht sie perfekt.“
„Nicht wenige der ehemaligen Kritiker vergießen nun Krokodilstränen.“
„Einem solchen Spieler muss man keine Krokodilstränen nachweinen.“

Krokodilstränen vergießen
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