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Mit Mann und Maus (untergehen)

Redensart/Redewendung

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Bedeutung

mit allen Beteiligten/Anwesenden – alle ohne Ausnahme – eigentlich: Ein Schiff geht unter, ohne dass jemand gerettet werden kann.

Herkunft

Bild: Schiff geht unterFrüher wurde die Redewendung mit Mann und Maus untergehen so gut wie ausschließlich in einem Sinne gebraucht: Versank ein Schiff mit der gesamten Besatzung im Meer, was zu Zeiten hölzerner Segelschiffe und noch längst nicht ausgereifter Dampfschiffe oft genug vorkam, ging es mit Mann und Maus unter.[1] Die Maus steht für das Geringfügige, Unbedeutende. Von den kleinen Nagern gingen immer welche mit auf die Reise. Schlupflöcher gab es jede Menge, Nahrung auch genug.

Bild: MausMittlerweile gehen zum Glück weniger Schiffe unter. Der gut klingenden Paarformel mit Mann und Maus wurde das untergehen gestrichen und ihre Bedeutung verallgemeinert. Mit Mann und Maus meint nun mit allen Beteiligten – was immer diese auch tun.

Die Redensart lässt sich mindestens bis 1750 zurückverfolgen, ist also vermutlich noch etwas älter.

[1] Schrader, Herman: Der Bilderschmuck der deutschen Sprache in Tausenden volkstümlicher Redensarten, 7. Auflage, Verlag Emil Felber, Berlin 1912, S. 194

Beispiele

„Viele Schiffe erreichten die Neue Welt nicht, gingen irgendwo auf der langen Reise mit Mann und Maus unter.“
„So hoffnungslos überladen, wie das Schiff war, ging es beim ersten Sturm mit Mann und Maus zu Grunde.“
„Viele Traditionsunternehmen sind schon mit Mann und Maus untergegangen.“
„Es war ein Spiel auf ein Tor, bei dem die Gäste den einen Punkt mit Mann und Maus verteidigten.“

Wissenswertes

Mit Mann und Maus gehört zu den sogannten Paarformeln. Wie sich Paarformeln in Bildung und Form von anderen sprichwörtlichen Redensarten unterscheiden, können Sie in der Begriffskunde nachlesen. Dort sind auch alle Paarformeln aufgelistet, denen sich redensarten.net bereits gewidmet hat. Hier sollen zwei weitere Beispiele genügen: Knall auf Fall und auf Heller und Pfennig.

Mit Mann und Maus (untergehen)
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