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Haben Sie sich schon die ersten Sporen verdient?

Redensart/Redewendung

RussischPolnischItalienischSpanischFranzösischEnglischsich seine/die (ersten) Sporen verdienen

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Bedeutung

sich einer Aufgabe/Stellung würdig erweisen – seine Fähigkeiten beweisen – sich bewähren – sich durch Leistung oder besondere Taten auszeichnen – sich Verdienste erwerben – sich etwas erarbeiten – erste Erfolge erringen

Herkunft

Nach alter Auffassung setzt ein Reiter die Sporen ein, um sein Pferd (oder sonstigen reitbaren Untersatz) anzutreiben, so wie ihm Zügel und Beine der Lenkung dienen.

Reitstiefel mit Sporn
Bild: nico1959 @ flickr

Ein Sporn besteht aus Metall, wird hinten am Reitstiefel befestigt und ist mit einem Dorn oder Rädchen versehen, mit dem der Reiter die Bauchmuskeln des Pferdes gezielt reizen kann, um dadurch dem Pferd genauere Anweisungen zu geben, als das nur mit Füßen und Schenkeln möglich scheint.

Wer in Zeiten, in denen noch Ritter um Ruhm fochten, vornehmer Herkunft war und zu diesen Auserwählten gehören wollte oder von den Eltern aus sollte, musste eine jahrelange Ausbildung durchlaufen, meist schon von Kindesbeinen an, um sich frühzeitig an die ritterlichen Sitten und Gebräuche zu gewöhnen. Als Jugendlicher dann stieg der Ritter-Lehrling zum Knappen auf, der nun endlich das eigentliche Waffenhandwerk erlernen durfte. Bewährte sich der Knappe, zeigte Mut, Treue und Geschick und verfügte über genügend Geld für eine eigene Ausrüstung, wurde er als erwachsener Mann feierlich zum Ritter geweiht. Da neben dem Langschwert auch die Sporen zu den Standeszeichen eines Ritters zählten, wurden dem neuen Ritter ein Paar Sporen überreicht. Schließlich ist es kein Zufall, dass Ritter und Reiter ähnlich klingen. Diese Sporen musste sich der Neuling in Turnieren oder Schlachten nachträglich verdienen, sich ihrer und seines neuen Ranges würdig erweisen.

Mittlerweile scheiden sich an Sporen die Geister. Die Einen halten ihren Einsatz für die Verständigung mit dem Pferd für unverzichtbar, die Anderen sehen darin grundsätzlich eine Tierquälerei und verweisen auf die Schmerzen und Verletzungen, die dem Pferd bei unsachgemäßer Handhabung zugefügt werden (können). Letztlich entscheiden wohl Können und Charakter des Reiters über Sinn und Unsinn der Sporen.

Bekannt sollten/dürften/könnten auch die Ableitungen „jemanden anspornen“ (jemanden antreiben) und etwas „spornstreichs“ tun (also sehr schnell und ohne langes Nachdenken), auch wenn zumindest das Adverb spornstreichs schon etwas veraltet klingt und so mancher Stein und Bein schwören wird, dieses Wort noch nie vernommen, geschweige denn gesprochen oder geschrieben zu haben.

Beispiele

„Niemand will sich mehr die Mühe machen, sich seine Sporen redlich zu verdienen.“
„Früher galt, dass man sich seine Sporen verdienen muss – heute schnallt sich jeder Nichtskönner und Anfänger welche an die Reitstiefel.“
„Du wirst dir noch einige Sporen verdienen müssen, bevor du dir solche frechen Bemerkungen erlauben darfst.“
„Seine ersten Sporen verdiente er sich vorletzte Saison, als er den Verein fast im Alleingang vor dem Abstieg bewahrte.“

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