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Etwas springen lassen

Redensart/Redewendung

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Bedeutung

freigiebig sein – Geld für Andere ausgeben – sich großzügig zeigen

Herkunft

Bild: hüpfende MünzeWer heute etwas springen lassen will, muss schon Scheine zücken. Früher hingegen hüpften Münzen über den Tisch – und das aus gutem Grund.

In der Frühen Neuzeit (ganz grob: 16. bis 19. Jahrhundert) befand sich die territoriale und staatliche Zersplitterung der deutschen Lande auf dem Höhepunkt. Das spiegelte sich auch im Münzwesen wider. Nicht nur die wirklich mächtigen Fürstentümer, wie bspw. Sachsen oder Bayern, sondern auch viel unbedeutendere Fürsten und Fürstchen, Städte, geistliche Würdenträger… hatten im Laufe der Zeit von immer schwächer werdenden Kaisern das Recht, eigene Münzen zu prägen, verliehen bekommen, erstritten oder nahmen es sich einfach. Die unübersichtliche Vielfalt der Münzen machte es Münzfälschern und ähnlichem Gesindel natürlich leichter, die Leute zu betrügen. Oft genug beteiligte sich die Obrigkeit am Betrug, indem sie beim Prägen neuer Münzen
ursprünglich wertvollen Silberstücken immer mehr Silber entzog.

Aber ganz wehrlos waren die Leute nicht. Sie konnten sich die Münzen beispielsweise genau anschauen. Und sie konnten sie wortwörtlich springen lassen. Geübte Ohren konnten am Klang einer Münze erkennen, ob es sich um Schrott oder um gute Stücke von echtem Schrot und Korn handelte. So gewöhnten es sich die Leute an, beim Bezahlen die Geldstücke auf den Laden- oder Schanktisch zu werfen, um zu zeigen, dass sie mit wohlklingenden, echten Münzen zahlten. Ganz nebenbei konnten sie so auch alle Umstehenden wissen lassen, dass sie zahlungsfähig waren und keine armen Schlucker.

Zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Sie wissen nun auch, was es mit der Redewendung „mit klingender Münze zahlen“ auf sich hat. Und falls Ihnen dieser Artikel gefallen hat, lassen Sie doch noch ein paar Klicks springen.

Beispiele

„Um seinen Stürmerstar zu halten, ließ der Verein nicht genug springen.“
„Im letzten Jahr hatte der Großvater für die guten Noten einiges springen lassen.“
„Dafür lässt der Chef auch gern etwas springen.“
„Für die Vorstände ließ die Gesellschaft eine siebenstellige Summe springen.“

Etwas springen lassen
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