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Jemanden über die Klinge springen lassen

Redensart/Redewendung

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Bedeutung

jemanden zugrunde richten – jemanden aus dem Weg räumen – jemanden stürzen – jemanden verraten/opfern; ursprünglich: jemanden hinrichten/töten

Herkunft

Der Redewendung jemanden über die Klinge springen lassen wohnt ein etwas grausamer Humor inne. Wer da früher über die Klinge sprang, war kein anderer als der abgeschlagene Kopf – und zwar bei mittelalterlichen Hinrichtungen mit dem Richtschwert.

In den „Genuss“ einer ehrenhaften Hinrichtung mit dem Schwert kamen nur Personen von Rang, also Adlige. Normalsterbliche Missetäter wurden auf weniger kurzen und schmerzlosen Wegen ins Jenseits befördert, z.B. indem man ihnen mit einem schweren Wagenrad sämtliche Knochen zerschmetterte (=> sich wie gerädert fühlen).

Weniger dramatisch sind die Folgen, wenn man seinen Gegner beim Fußball über die Klinge springen läßt. Im Zusammenhang mit dem runden…, hm, Leder ist es jedenfalls schon lange nicht mehr, wird die Redensart für eine bestimmte Art von Fouls gebraucht, bei dem man das Bein so ausfährt oder stehenläßt, dass der dicht vorbeirennende Gegenspieler hängenbleibt, was des Öfteren zu sehenswerten Flugeinlagen führt.

Beispiele

„Hätten wir die Banken lieber über die Klinge springen lassen sollen?“
„Für eine bessere Bewertung an der Börse ließ der Aufsichtsrat eiskalt 850 Arbeitsnehmer über die Klinge springen.“
„Damit, dass er als Erster über die Klinge springt, muss ein Trainer leben.“
„Er ließ als letzter Mann den heran- und vorbeistürmenden Reus über die Klinge springen.“

Jemanden über die Klinge springen lassen
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