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Einen Wink mit dem Zaunpfahl geben

Redensart/Redewendung

RussischPolnischItalienischSpanischFranzösischEnglischeinen Wink mit dem Zaunpfahl geben – mit dem Zaunpfahl winken

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Bedeutung

auf etwas anspielen – jemandem etwas zu verstehen geben – jemandem einen zwar nur indirekten, aber dennoch sehr deutlichen und unmissverständlichen Hinweis geben (u.U. auch im Sinne einer Drohung)

Herkunft

Ebenso wie der Laternenpfahl oder das Scheunentor, mit denen man ebenfalls redensartlich winken kann, ist auch ein Zaunpfahl zu groß, um einen Wink mit ihm zu übersehen.

Vermutlich war das winken schon ursprünglich nicht ganz ernst und wörtlich gemeint, sondern eine Verharmlosung. Im Klartext: Es wurde jemandem eine ordentliche Tracht Prügel angedroht oder gar schon verabreicht. Zäune gab es zuhauf, entsprechendes Material stand also ohne langes Suchen zur Verfügung.

In Abhängigkeit vom regionalen Sprachgebrauch bekommt man auch „mit dem Zaunspfahl winken“ zu Ohren. Das eingeschobene s erleichtert die Aussprache.

Darüber hinaus besteht eine Minderheit darauf, dass in der Redensart kein Zaun mit oder ohne Fugen-s gemeint ist, sondern ein Zaumpfahl, der zum Anbinden von Pferden gedient hat.[1] Der Unterschied besteht also nicht bloß in dem einem Buchstaben, sondern gleich in der ganzen Herleitung. Allerdings konnten die Verfechter des Zaums bislang keinen zuverlässigen und nachprüfbaren Quellennachweis erbringen, dass die Anbindestange für die Entstehung der Redewendung Pate stand.[2]

Lieber Leser, helfen Sie bei der Klärung dieser Streitfrage! Welche Spielart wird in Ihrer Gegend bevorzugt, der Zaum- oder der Zaunpfahl? Und vielleicht hat die Oma ja sogar etwas zur Herkunft erzählt. Hinterlassen Sie doch einen Kommentar oder schreiben Sie eine E-Mail. Ich freue mich bestimmt.

Zu Zäunen, deren Bestandteilen und was man damit anstellen kann siehe auch etwas vom Zaun brechen.

[1] Siehe hierzu z.B. die Diskussion im Wiktionary, dem freien Wörterbuch (einem Ableger der Wikipedia).
[2] Selbst ältere und sehr umfangreiche Wörterbücher kennen den Begriff nicht einmal. Als Beispiel sei hier das aus 32 Bänden bestehende Wörterbuch der Gebrüder Grimm, erschienen zwischen 1838 und 1961, genannt. Einen Eintrag Zaumpfahl gibt es dort nicht.

Beispiele

„Wie sage ich es ihm, ohne dass ich gleich mit dem Zaunpfahl winken muss?“
„Irgendwie habe ich allerdings deinen Wink mit dem Zaunpfahl nicht ganz begriffen.“
„Meine Katze liebt den Computer: Entweder sie sitzt direkt vor dem Monitor (Der Wink mit dem Zaunpfahl: Spiel endlich mit mir!) oder sie jagt den Cursor.“
„Ihr Sohn zeigte sich verlegen angesichts dieses deutlichen Winks mit dem Zaunspfahl.“
„Sie sind nur dann imstande, etwas auf die Reihe zu kriegen, wenn ihnen jemand mit dem Zaunpfahl winkend den Weg gewiesen hat.“
„Die Frau braucht nicht nur den Wink mit dem Zaunpfahl, man muss ihr sozusagen mit dem Zaunpfahl einen Scheitel ziehen, damit sie kapiert, was man will.“

Einen Wink mit dem Zaunpfahl geben
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