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Zwischen Hammer und Amboss geraten

Redensart/Redewendung

RussischPolnischItalienischSpanischFranzösischEnglischzwischen Hammer und Amboss (geraten)

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Bedeutung

in einer schwierigen Lage (sein), (sich) einer schwierigen Situation (befinden), in einer Zwangslage (stecken)

Herkunft

Es gibt zweifellos angenehmere Aussichten, als zwischen Hammer und Amboss zu geraten. Aber wie und wieso kommt man in solch eine aussichtslose Lage?

Der Ursprung dieser Redewendung liegt im Schmiedehandwerk. Ein Amboss ist der massive Block, auf dem ein Schmied mit dem Hammer sein Werkstück in Form hämmert. Die ersten Ambosse waren noch aus Stein und stammen aus einer Zeit, in der noch gar keine Metallbearbeitung bekannt war. Auf ihnen wurden Werkzeuge aus Feuerstein geschlagen. Später waren Ambosse aus Bronze, noch später aus Eisen und mittlerweile aus Stahl.

Da die Menschheit schon sehr lange Metall bearbeitet, hat auch die Redensart eine lange Geschichte und war schon in der Antike geläufig. In lateinischer Form – inter malleum et incudem – ist sie aus dem Mittelalter u. A. durch den herausragenden Gelehrten Erasmus von Rotterdam überliefert.

Etwas fantasiereicher sind Deutungen dieser Wendung, die sie mit alten deutschen Sagen in Verbindung bringen. Danach soll es einem von Teufeln geplagten Schmied gelungen sein, seine Peiniger in einem Sack zu fangen. Selbigen hat er dann mitsamt Plagegeistern auf seinen Amboss gelegt und mit dem schwersten Hammer beherzt zugedroschen. Hat wohl nicht lange gedauert, bis die Teufel um Gnade bettelten und versprachen, ihn nie wieder zu behelligen.

Bisweilen steht man auch vor der Wahl, ob man Hammer oder Amboss sein will, ob man also lieber Prügel austeilt oder einsteckt, ob man Herr oder Diener ist. Oder wie es Goethe ausdrückte:

Du musst steigen oder sinken,
Du musst herschen und gewinnen
Oder dienen und verlieren,
Leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein.²

Aber wie sagt ein altes Sprichwort? Ein guter Amboss fürchtet keinen Hammer. Ein Trost wie ein Hammerschlag…

[1] Wustmann, Gustav: Die sprichwörtlichen Redensarten im deutschen Volksmunde nach Sinn und Ursprung erläutert von Wilhelm Borchardt. In gänzlicher Neubearbeitung hrsg. von Gustav Wustmann, Leipzig 1895, F.A. Brockhaus, S. 200
[2] aus „Ein Anderes“ (kophtisches Lied)

Beispiele

„Der US-Präsident befindet sich zwischen Hammer und Amboss, und es ist nicht nur die Teaparty-Bewegung, die ihm das Leben schwer macht.“
„Wenn eine Finanzblase platzt, dann gerät jede Regierung zwischen Hammer und Amboss.“
„Wir geraten immer mehr zwischen Hammer und Amboss.“
„Aber durch groteske Entscheidungen unserer Justiz und von politischen Behörden zu kriminellen Ausländern sind wir Polizisten immer wieder zwischen Hammer und Amboss.“

Zwischen Hammer und Amboss geraten
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